Längste Börsenschließung in New York
Wall Street bleibt geschlossen

Die Terrorserie in den USA hat zur längsten Schließung der New Yorker Börse seit Ende des Zweiten Weltkriegs geführt.

ap NEW YORK/FRANKFURT. Die Terrorserie in den USA hat zur längsten Schließung der New Yorker Börse seit Ende des Zweiten Weltkriegs geführt. Auch am Mittwoch war die traditionsreiche Wall Street geschlossen. Dagegen setzten die europäischen Börsen die Geschäfte fort - allerdings ohne US-Werte. Um 14.45 Uhr unterbrachen die Börsen in Europa den Handel für eine Trauerminute. Insgesamt ging es an den Aktienmärkten deutlich ruhiger zu als am Vortag.

Keine anhaltenden Crashs erwartet

Experten rechneten nicht mit anhaltenden Crashs. In New York wurde erwartet, dass NYSE, American Stock Exchange und Nasdaq Stock Market später am Mittwoch entscheiden würden, wann der Handel wieder aufgenommen werden soll. Die NYSE war zuletzt zum Ende des Zweiten Weltkrieges für zwei Tage geschlossen worden. Die längste Schließung der ältesten US-Börse fand für fast vier Monate im Ersten Weltkrieg statt. Die EZB stellte unterdessen zusätzliche Liquidität zur Verfügung, um das Funktionieren der Finanzmärkte zu gewährleisten. Auch die Schweizer Nationalbank bot den Märkten zusätzliche Liquidität an.

In Frankfurt, London und an anderen europäischen Börsenplätzen wurde zu einer Trauerminute um 14.45 Uhr aufgerufen, um "damit der Tragödie in den Vereinigten Staaten" zu gedenken, wie die Börse mitteilte. Die Aktienmärkte reagierten am Morgen zunächst positiv auf die Ankündigung der EZB, gaben einen Teil ihrer Gewinne später aber wieder ab. Der Dax lag gegen 16.00 Uhr mit 0,23 % im Plus, der Nemax50 verzeichnete ein Minus von 0,43 %. Am Mittwochmorgen hatten allerdings in Asien die Märkte noch heftig reagiert: Der Nikkei-Index fiel erstmals seit 17 Jahren unter die kritische Marke von 10 000 Zählern. In Hong-Kong verlor der Hang Seng Index 10,3 %.

Welteke: Finanzmärkte funktionieren reibungslos

Bundesbankpräsident Ernst Welteke erklärte, es sei jetzt Aufgabe aller Zentralbanken, gemeinsam für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Weltfinanzmärkte zu sorgen. "Ich kann heute morgen bestätigen, dass die Geld- und Finanzmärkte sowie alle Abwicklungs- und Zahlungsverkehrssysteme reibungslos funktionieren".



Bundesfinanzminister Hans Eichel betonte, er werde in enger internationaler Abstimmung dafür Sorge tragen "dass das ordnungsgemäße Funktionieren der nationalen und unternationalen Finanzmärkte sicher gestellt bleibt". In Europa und Japan habe sich bereits gezeigt, dass die Geld- und Kapitalmärkte weiter funktionierten.

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Commerzbank, Ulrich Ramm, droht wegen der Terroranschläge kein dauerhafter Börsencrash. "Unabhängig davon, wie die USA auf die Terroranschläge antwortet, zählen an der Börse politische Ereignisse meist nur begrenzte Zeit. Es kommt auf die Fundamentaldaten der Unternehmen an, die durch den Ölpreis stark beeinflusst werden", zitierte "Focus Money" den Experten. Der Aktienmarkt befinde sich längst in einer Übertreibungsphase nach unten. "Genauso wenig wie im März 2000 ein DAX-Stand von mehr als 8 000 Punkten angemessen war, liegt auch jetzt eine Fehlbewertung vor", sagte Ramm den Angaben zufolge. Jörg Brock, Leiter der Abteilung Wertpapier, Privatkundengeschäft der Commerzbank, wies im NDR auf den Börsenspruch hin, wonach politische Börsen kurze Beine haben.

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