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Lafontaine in der SPD fast völlig isoliert

dpa BERLIN. Oskar Lafontaine verliert in der SPD immer stärker an Rückhalt. Auch langjährige Weggefährten zeigen sich enttäuscht und aufgebracht über die jüngsten Drohungen des ehemaligen SPD-Vorsitzenden, eventuell eine neue Linkspartei bei Wahlen zu unterstützen.

dpa BERLIN. Oskar Lafontaine verliert in der SPD immer stärker an Rückhalt. Auch langjährige Weggefährten zeigen sich enttäuscht und aufgebracht über die jüngsten Drohungen des ehemaligen SPD-Vorsitzenden, eventuell eine neue Linkspartei bei Wahlen zu unterstützen.

Angesichts seiner zunehmend isolierten Position erwartet die SPD nun ein deutliches Einlenken des Saarländers. "Jetzt ist Oskar Lafontaine am Zuge", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Wilhelm Schmidt, am Dienstag. Der ehemalige Parteichef wisse genau, dass es für die SPD bei den Reformen kein Zurück mehr gebe. Es komme darauf an, was Lafontaine jetzt mit dieser Erkenntnis anfange. Schmidt zeigte sich aber skeptisch über die Lernfähigkeit des früheren Finanzministers. Dieser habe auch in seiner aktiven politischen Zeit gezeigt, dass er sich nicht an Absprachen halte und immer wieder für "Verletzungen" anderer gut sei.

Einen "Narziss und keinen Überzeugungstäter" nannte der frühere SPD-Spitzenpolitiker Erhard Eppler Lafontaine mit Blick auf seine persönlichen Attacken auf Bundeskanzler Gerhard Schröder. "Oskar Lafontaine ist in sich selbst verliebt", sagte Eppler im Deutschlandfunk. Eine Linksvereinigung mit Lafontaine an der Spitze könne die Innenpolitik zumindest kurzfristig beeinflussen. SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen nannte in der ARD Lafontaines Forderungen unerfüllbar.

Für den Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der Bundestagfraktion, Hans-Peter Kemper, hat Lafontaine nur die Alternative: "Entweder er dreht bei oder er muss gehen." Wenn er bei seiner bisherigen Haltung bleibe, "dann muss man ihn rausschmeißen, wenn er nicht freiwillig geht", sagte Kemper, der sich selbst als langjährigen Anhänger Lafontaines bezeichnete, der "Rheinischen Post".

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