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Lage am deutschen Arbeitsmarkt trübt sich im August weiter ein

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im August weiter eingetrübt. Volkswirte erwarten auch in den kommenden Monaten keine durchgreifende Erholung. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen stärker als erwartet. Sie sei um 24 000 zum Vormonat geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Dies war der siebte Anstieg in Folge. Von AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Anstieg von 8 000 gerechnet. An den Finanzmärkten entfalteten die Zahlen keine Wirkung.

dpa-afx NÜRNBERG. Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im August weiter eingetrübt. Volkswirte erwarten auch in den kommenden Monaten keine durchgreifende Erholung. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen stärker als erwartet. Sie sei um 24 000 zum Vormonat geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Dies war der siebte Anstieg in Folge. Von AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Anstieg von 8 000 gerechnet. An den Finanzmärkten entfalteten die Zahlen keine Wirkung.

Unbereinigt sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im August unterdessen um 13 416 auf rund 4,35 Millionen. Dieser Rückgang hat aber nach Einschätzung von Experten allein saisonale Gründe, da die Firmen nach dem Ende der Sommerpause für gewöhnlich wieder verstärkt neue Mitarbeiter einstellen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenzahl um 30 857. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 10,5 %.

Herbstbelebung

Die positive Entwicklung der Wirtschaft wirkt sich nach Einschätzung des Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, noch nicht aus. Die Beschäftigung folge als Spätindikator der konjunkturellen Entwicklung immer mit Verzögerung, sagte Weise am Donnerstag in Nürnberg.

Die weiter zögerliche Einstellungspolitik der deutschen Unternehmen hat nach Einschätzung der Deutschen Bank die übliche Herbstbelebung deutlich schwächer ausfallen lassen als üblich. "Insbesondere der deutliche Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl ist enttäuschend", sagte Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. Die Binnenwirtschaft sei nach wie vor zu schwach, um auf den Arbeitsmarkt durchzuschlagen. Der Exportsektor allein sei für eine durchgreifende Belebung zu klein. Erst zu Beginn des kommenden Jahres sei eine leichte Erholung zu erwarten.

Die Exportunternehmen bleiben laut Dekabank darüber hinaus vorsichtig, um sich ihre Wettbewerbsvorteile angesichts der Eurostärke zu erhalten. Ohne sichtbar werdende Impulse für die deutsche Inlandsnachfrage sei nicht mit einem nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

BA Sieht Keinen Aufschung AM Arbeitsmarkt

Die Bundesagentur für Arbeit erwartet auch für den Herbst keinen durchgreifenden Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbslosen werde deutlich über vier Mill. liegen, sagte Vorstandsmitglied Heinrich Alt. In der Vergangenheit hatte es vor allem im September meist eine spürbare Belebung gegeben. Noch vor einigen Monaten hatte Alt geäußert, im Herbst könne die Grenze von vier Mill. Arbeitslosen "angekratzt" werden.

Optimistischer zeigt sich jedoch die Commerzbank. "Aus konjunktureller Sicht ist in den kommenden Monaten mit einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt zu rechnen", schreiben die Experten in einer Studie. In den kommenden Monaten dürfte die Statistik zudem durch erste Effekte der Hartz-IV-Reformen beeinflusst werden. Die jüngste Stabilisierung des ifo-Geschäftsklimas und der anhaltende Aufwärtstrend bei der Produktion lasse eine Wende zum Besseren erwarten. Dies dürfte 2005 zu einem Beschäftigungsanstieg führen.

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