Lage bis Mitternacht beruhigt
Schwere Ausschreitungen in Berlin

In Berlin ist es am 1. Mai erneut zu schweren Krawallen gekommen. In den Bezirken Kreuzberg und Mitte kam es am Mittwochabend zu Straßenschlachten. Hunderte Randalierer attackierten die Polizei mit Steinen, zündeten Autos und Barrikaden an und demolierten Bushaltestellen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

dpa BERLIN. Zugleich entbrannte ein Streit um die Deeskalationstaktik des rot- roten Senats. In der Walpurgisnacht war es bereits zu den schwersten Krawallen seit Jahren mit vielen Verletzten und Festnahmen gekommen.

Die Berliner Polizei zeigte sich in einer ersten Bilanz "nicht unzufrieden" mit dem Einsatz bei den Krawallen. Die Krawalle am Abend seien nicht wie befürchtet so schwer gewesen wie in der Walpurgisnacht, sagte der Leiter des Führungsstabes im Landespolizeiamt, Alfred Markowski, der dpa. Es sei ein positives Zeichen, dass erstmals von der traditionellen "Revolutionären 1. Mai- Demonstration" keine Gewalt ausgegangen sei. Bei den Randalierern habe es sich ausschließlich um "unpolitische, Event suchende Jugendliche" gehandelt. Die Zahl von Verletzten und Festgenommen war zunächst noch nicht bekannt. Bis Mitternacht hatte sich die Lage weitgehend beruhigt.

Nach dem Ende der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" in Berlin- Mitte und Kreuzberg hatten Störer Steine auf Polizisten und deren Fahrzeuge geworfen, Autos in Brand gesetzt und Taxis demoliert. Ein Supermarkt, der bereits in der Walpurgisnacht geplündert worden war, wurde erneut aufgebrochen. Die Polizei ging nach anfänglicher Zurückhaltung massiv mit Wasserwerfern gegen die Randalierer vor.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verteidigte das Einsatzkonzept der Polizei und warnte vor vorschnellen Urteilen. Eine Bewertung der Krawalle wollte er am Abend nicht vornehmen. "Erst wenn alles vorbei ist, wird bilanziert."

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) warf Körting ein Scheitern der Deeskalationsstrategie "schon im Grundsatz" vor. Der ehemalige Berliner Innensenator erklärte, der rot-rote Senat habe ein falsches Ordnungsverständnis, das Polizeipräsenz als berechtigten Anlass zu Randale sehe.

Schon in der Walpurgisnacht hatten sich Randalierer stundenlange Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Es kam zu den schwersten Ausschreitungen seit mehreren Jahren. 34 Randalierer wurden nach Stein- und Flaschenwürfen festgenommen. Eine Frau wurde durch eine Flasche schwer verletzt, ein Mann wurde mit Stichwunden gefunden. Mehr als 80 Beamte wurden verletzt. Am Oranienplatz in Kreuzberg hatten rund 200 Jugendliche nach einem Konzert einen Supermarkt geplündert und Steine geworfen. Am Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg lieferten sich Randalierer und Polizei eine Straßenschlacht.

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