Lage im Hochwassergebiet wieder zugespitzt
1 500 Menschen nach Deichbruch in Polen evakuiert

Nach einer kurzzeitigen Entspannung hat sich die Lage im südpolnischen Hochwassergebiet entlang der Weichsel und ihren Nebenflüssen am Sonntag wieder zugespitzt.

ap WARSCHAU. Am frühen Morgen brach in der Ortschaft Zalesie Gorzyckie auf einer Länge von 40 Metern ein Deich und überflutete fünf Dörfer. 1 500 Menschen wurden vor den Fluten in Sicherheit gebracht.

Bereits in der Nacht zum Samstag waren vorsichtshalber 3 000 Menschen aus der nahe gelegenen Stadt Sandomierz evakuiert worden. Die Stadt blieb nach Angaben der Feuerwehr zunächst jedoch von dem Hochwasser verschont. Allerdings wurde die wichtigste Eisenbahnverbindung der Region beschädigt. Ein Feuerwehrsprecher, Stanislaw Gacek, sagte, man bekomme die Lage unter Kontrolle. Helfer, darunter Soldaten und Bewohner, verstärkten die Deiche mit Sandsäcken.

Schnelle Hilfe

Es bestehe jedoch die Gefahr weiterer Deichbrüche, hieß es. Nach Angaben von Gacek liegt die Flutwelle sogar noch 1,20 Meter über dem Stand des so genannten Jahrhunderthochwassers von 1997. Kritisch war die Lage am Sonntag auch in der Region um Lublin. Die Deiche hielten das Hochwasser allerdings noch zurück.

Am Samstag hatten die Behörden eine Entspannung der Hochwasserlage gemeldet, nachdem der Regen nachgelassen hatte. Auch die Sonne schien am Wochenende. Als Folge des Hochwassers kamen in der vergangenen Woche zwölf Menschen ums Leben. Die polnische Regierung versprach den Betroffenen des schlimmsten Hochwassers im Land seit 1997 schnelle Hilfe.

Deutsche Hilfe für Opfer

Auch aus Deutschland kommt Hilfe. Neun Lastwagen der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) aus Thüringen starteten am Samstag mit Spezialtechnik in die Krisenregion. Das Thüringer Rote Kreuz entsandte weitere Hilfstransporte. Auch die Bundesregierung beteiligte sich an den Hilfsmaßnahmen des DRK und des THW. Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Samstag mitteilte, wurden Stromaggregate, Pumpen, Sandsäcke und Geräte zur Trinkwasseraufbereitung in das Notstandsgebiet gebracht. Das DRK schickt am Sonntag einen Hilfsgütertransport mit Schlafsäcken, Decken und Desinfektionsmitteln nach Polen.

Toter bei Überschwemmungen in der Slowakei

Überschwemmungen in der Slowakei forderten unterdessen ein erstes Todesopfer. Ein 25-Jähriger erlitt einen elektrischen Schlag, als er Wasser aus seinem Keller pumpte, wie die amtliche Nachrichtenagentur TASR am Samstag berichtete. Der Mann starb am Freitagabend im Krankenhaus von Stara Lubovna (Altlublau). Schwere Regenfälle, die am Mittwoch einsetzten, führten im Osten und der Mitte des Landes zu Überflutungen. Dabei wurden Straßen und Brücken beschädigt und Felder in Mitleidenschaft gezogen.

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