Lage in Afghanistan „äußerst gefährlich"
Bundeswehr soll ISAF-Führung übernehmen

Unter dem Eindruck einer instabilen Sicherheitslage in Afghanistan entscheidet der Bundestag an diesem Freitag über die Verlängerung des Mandats für die internationale Schutztruppe in Kabul (ISAF).

HB/dpa BERLIN. Die Bundeswehr soll Mitte Februar die Führung der Truppe übernehmen. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte am Donnerstag, die Lage in Afghanistan sei "äußerst instabil und gefährlich", ein Abzug der ISAF würde aber das vom Krieg erschütterte Land zurückwerfen.

Es gilt als weitgehend sicher, dass das Parlament der Verlängerung des am Freitag auslaufenden Mandats um ein Jahr zustimmt. Die Union meldete aber "ernste Fragen" an, weil es keinen Notfallplan für einen möglichen Irak-Krieg und dramatischen Verlauf für die Soldaten in Kabul gebe. Der CSU-Politiker Christian Ruck sagte ferner, bisher sei gegen Versuche einer Re-Talibanisierung des öffentlichen Lebens zu wenig getan worden. Struck räumte in der "Berliner Zeitung" ein, ein Irak-Krieg würde die Risiken für sie erhöhen, weil neue Aktionen terroristischer Gruppen nicht auszuschließen seien. Ohne die ISAF könnte das Land aber wieder als "Schutzraum" für internationalen Terror dienen. Die Bundeswehr müsse mindestens noch bis 2004 bleiben.

Deutschland will die ISAF-Führung gemeinsam mit den Niederlanden für sechs Monate übernehmen. Das deutsche Kontingent soll von 1280 auf 2500 Soldaten verdoppelt werden. Die Niederländer stellen 450 Soldaten. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich für den Bundeshaushalt auf rund 410 Millionen Euro, davon entfallen auf die Übernahme der Leitfunktion rund 112 Millionen Euro.

Die Leitung übernimmt der deutsche Kommandeur des in Münster stationierten 1. Deutsch-Niederländischen Korps, der Drei-Sterne- General Norbert van Heyst (58). Er hat dann die Befehlsgewalt über 5000 Soldaten aus vielen Nationen. 3800 von ihnen werden sich vor allem um den Schutz der Bevölkerung, den Betrieb des militärisch und zivil genutzten Flughafens von Kabul sowie um den Personenschutz für Präsident Hamid Karsai und seine Minister kümmern. Diese Aufgaben erfüllte die Bundeswehr bereits unter dem türkischen Oberkommando.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%