Lage in Basra weiter unklar: Luftangriff auf Bagdad verstärkt

Lage in Basra weiter unklar
Luftangriff auf Bagdad verstärkt

Die US-geführten Streitkräfte haben ihre Luftangriffe auf Bagdad am Mittwoch verstärkt. Mindestens 15 Menschen wurden am Mittag in einem Wohngebiet durch eine schwere Explosion getötet. Vermutlich waren dort Raketen eingeschlagen. Wenig später erschütterten weitere Detonationen die irakische Hauptstadt. Widersprüchliche Nachrichten über einen angeblichen Aufstand oppositioneller Schiiten kamen aus dem südirakischen Basra.

Reuters BAGDAD. US-Präsident George W. Bush stellte seine Landsleute unterdessen auf einen längeren Krieg ein. Er sagte in Florida, der "Tag der Abrechnung" mit der irakischen Führung rücke näher, der Konflikt sei aber noch weit davon entfernt, vorüber zu sein. Nach den Worten des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon hat der irakische Präsident Saddam Hussein die Kontrolle über den Süden Iraks bereits verloren. Das US-Militär teilte mit, die verbündeten Truppen hätten mehr als 4000 irakische Kriegsgefangene gemacht.

Ein Reuters-Reporter berichtete aus Bagdad: "Offensichtlich haben zwei Raketen Wohnblocks getroffen." Die Leichen lagen in der Nähe dreier schwer beschädigter Wohngebäude. Mehrere Autos brannten und qualmten. Aufgebrachte Menschen trugen die Toten weg und riefen: "Wir werden unsere Seelen und unser Blut für dich opfern, Saddam!" Ein Anwohner sagte, die Raketen hätten die Wohn- und Geschäftsstraße gegen Mittag (09.30 MEZ) getroffen. Es gebe keine militärische Einrichtung in der Gegend.

Das US-Militär teilte mit, die Berichte über Tote in Bagdad könnten nicht bestätigt werden. "Wir prüfen sie", sagte ein Sprecher des US-Hauptquartiers in Katar. Die US-Truppen bemühten sich, zivile Opfer zu vermeiden, aber Unglücke ereigneten sich manchmal. "In diesem Fall sind wir nicht sicher."

Alliierte stoßen erneut auf Widerstand

In den südlichen Außenbezirken Bagdads sind Teile der Elitetruppe Republikanische Garden zur Verteidigung stationiert. Sie sollen nach US-Angaben das Hauptziel der Angriffe sein.

Bei ihrem Vormarsch auf Bagdad stießen die von den USA angeführten Truppen rund 330 Kilometer südlich der Hauptstadt erneut auf Widerstand. Nördlich von Nassirija wurden sie durch irakische Soldaten aufgehalten. Der Vormarsch sei rund 40 Kilometer nördlich der Stadt gestoppt worden, berichtete Reuters-Korrespondent Sean Maguire, der die US-Soldaten begleitet. In Nassirija sollen bei Kämpfen nach irakischen Regierungsangaben mehr als 500 Zivilisten verletzt und rund 200 Häuser zerstört worden sein. Auch bei Nadschaf rund 160 Kilometer südlich von Bagdad lieferten sich verbündete Panzerverbände und irakische Truppen erbitterte Kämpfe.

Die Lage in Basra blieb bis zum Abend unklar. Nach britischer Darstellung gab es dort Anzeichen für einen Aufstand der schiitischen Bevölkerung gegen die Führung von Saddam. Arabische Medien berichteten dagegen, in Basra sei alles ruhig. Auch ein Sprecher des Obersten Rates für die islamische Revolution in Irak (SCIRI), der in der iranischen Hauptstadt Teheran sitzt, bestätigte zwar einige Zwischenfälle, nicht aber den Ausbruch eines Aufstandes.

Im Golfkrieg 1991 hatten sich die Schiiten in Südirak gegen Saddam erhoben. Die USA hatten sie ermuntert, dann aber nicht weiter unterstützt. Saddam konnte den Aufstand daher gewaltsam niederschlagen.

Bush: Saddam verliert allmählich Kontrolle

Bush sagte vor Hunderten Soldaten und deren Familien auf dem Luftwaffenstützpunkt Macdill in Florida, die Republikanischen Garden des irakischen Präsidenten würden jetzt "direkt und intensiv" angegriffen. Nach einer Woche mit Angriffen aus der Luft und vom Boden aus, verliere Saddam allmählich die Kontrolle über das Land. "Wir können nicht wissen, wie lange dieser Krieg dauern wird, aber wir sind auf die kommende Schlacht vorbereitet. Unser Militär macht gute Fortschritte in Irak. Aber der Krieg ist weit davon entfernt vorüber zu sein", fügte er hinzu.

Blair und Bush wollten am Mittwoch (23.00 Uhr MEZ) in Camp David bei Washington beraten. Zuvor sollte der UNO-Sicherheitsrat auf Antrag der arabischen Länder zu einer Krisensitzung zur Lage in Irak zusammenkommen.

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