Lage in dem afrikanischen Land noch sehr undurchsichtig
Kongos Präsident Kabila bei Putschversuch von Leibwächter verletzt

Bei einem Putschversuch im afrikanischen Staat Kongo ist Präsident Laurent Kabila offenbar verletzt worden. Hochrangige Mitglieder der Regierung wiesen am Dienstag Gerüchte zurück, wonach der Staatschef getötet worden sein soll.

ap KINSHASA. Während einer halbstündigen Schießerei vor seinem Haus soll ein Leibwächter Kabilas auf den Präsidenten geschossen und ihn am Rücken und am rechten Bein getroffen haben - dies teilte ein hoher Offizier am Abend mit. Kabila lebe und werde von Ärzten behandelt. Ebenfalls verletzt wurde unbestätigten Berichten zufolge der Sohn des Präsidenten, Joseph Kabila.

Unmittelbar nach der Schießerei rief Präsidentenberater Eddy Kapend die Bevölkerung in einer Fernsehansprache zu Ruhe auf und ordnete die Schließung aller Flughäfen und Grenzen des Landes an. Durch die Straßen von Kinshasa fuhren Lastwagen mit bewaffneten Soldaten. Innenminister Gaetan Kakudji ordnete ein nächtliches Ausgehverbot an und erklärte, Kabila habe alle Kampfeinheiten in der Hauptstadt in Alarmbereitschaft versetzt.

Welche Kräfte hinter dem Putschversuch stehen, war zunächst unklar. In Kongo herrscht seit August 1998 Bürgerkrieg. Damals erhoben sich bewaffnete Oppositionsgruppen gegen Kabila. Unterstützt wurden sie von Ruanda und Uganda sowie von der Minderheit der im Osten Kongos lebenden Tutsi. Auf die Seite der Regierung in Kinshasa stellten sich Simbabwe, Angola und Namibia. Alle Beteiligten unterzeichneten 1999 in Sambia ein Waffenstillstandsabkommen. Der Krieg hat mehrere zehntausend Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben.

Kabila kam im Mai 1997 an der Spitze eines Aufstands gegen den langjährigen Machthaber Mobutu Sese Seko an die Macht. Er gab Zaire den Staatsnamen Kongo zurück. Mit seinem autokratischen Führungsstil zog der anfangs gefeierte Herrscher zunehmend den Unwillen weiter Bevölkerungskreise auf sich.



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