Lage wird immer prekärer
Kirchs Schulden doppelt so hoch wie angenommen

Der angeschlagene Medienkonzern steht einem Pressebericht zufolge mit 13 Milliarden Euro in der Kreide. Und damit nicht genug. "Es könnte auch mehr sein", sagt ein Insider.

afp FRANKFURT/MAIN. Die Schulden des Kirch-Konzerns sind nach Informationen des "Wall Street Journal Europe" doppelt so hoch wie bislang angenommen. Die Verpflichtungen des Münchner Medienkonzerns beliefen sich auf mindestens 13 Mrd. Euro, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf ein Gutachten der Kirch-Gläubigerbanken. Dabei handele es sich um acht Mrd. ? an Schulden und fünf Mrd. ? an anderweitigen Verpflichtungen.

"Das sind nur die Schulden, die wir identifizieren können. Es könnte auch mehr sein", sagte ein Kenner der Studie dem Blatt. Ein Kirch-Sprecher wollte die Angaben demnach nicht kommentieren. Kirch hat bislang noch nie offiziell Angaben zum Stand seiner Schulden gemacht. Branchenkenner gingen aber bislang von rund sechs Mrd. ? aus.

Sollte der Bericht zutreffend sein, wäre die Gefahr eines Zusammenbruchs von Kirch deutlich größer als vermutet. Der Konzern brächte dann deutlich mehr Hilfe von Außen. Bisher gelang des dem Unternehmen nach Presseberichten mehrere Gläubigerbanken, darunter die Hypo-Vereinsbank, davon zu überzeugen, seinen Anteil am Axel Springer Verlag für 1,1 Mrd. ? zu kaufen. Dies würde den Finanzengpass wegen anstehender Zahlungsverpflichtungen aber nur kurzfristig beseitigen.

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