Land am Rande des Zusammenbruchs
Venezuelas Öl-Arbeiter wollen weiter streiken

Die Arbeiter der staatlichen Erdöl-Holdung PDVSA in Venezuela wollen ihren Streik trotz eines richterlichen Verbots fortsetzen. Das teilte der Sprecher der Vereinigung "Gente de Petróleo" (Erdölarbeiter), Juan Fernández, am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Die Opposition fordert den Rücktritt des gewählten Präsidenten Hugo Chávez.

HB/dpa CARACAS. Das Oberste Gericht hatte zuvor ein Ende des Streiks angeordnet und damit einem Antrag eines der neuen Leiter des Ölkonzerns, Félix Rodríguez, stattgegeben. Rechtlich handelte es sich um eine Maßnahme des vorläufigen Rechtsschutzes, die bis zu einer endgültigen Entscheidung der Richter Bestand hat.

Der Streik in der Erdölindustrie, aus der die Hälfte aller Staatseinnahmen stammen, hat das Land an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs bebracht.

Der oppositionelle Verfassungsrechtler Gerardo Blyde kritisierte die Anordnung jedoch als "Legalisierung eines Putsches im Amt" durch die Regierung von Chavez. "Diese Entscheidung ist völlig verfassungswidrig, weil die Verfassung das Streik- und Demonstrationsrecht (...) garantiert", sagte Blyde.

Nach seinen Angaben drohen jedem Arbeiter, der den Anordnungen der Regierung nicht Folge leistet, bis zu 18 Monate Gefängnis. "Niemand kann gegen seinen Willen zur Arbeit gezwungen werden. Das wäre Sklaverei, und wir sind hier ja nicht in Kuba", fügte der Chávez-Gegner hinzu. Die Opposition wirft Chávez vor, das Land mit einem an Kuba orientierten Wirtschaftskurs zu ruinieren.

Der Streik in der Erdölbranche hat nach diesen Angaben bis zu 90 % der normalen Tagesproduktion von drei Millionen Barrel Rohöl lahmgelegt. Auch die meisten Öltanker der Handelsmarine haben sich dem Ausstand angeschlossen. Stahl- und Aluminiumhütten standen ebenfalls still.

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