Land ist auf Importe angewiesen
Polens boomender Chemiemarkt bietet Chancen

Wegen der anhaltend guten Konjunktur in vielen Abnehmerbranchen dürfte der Absatz von Chemikalien und chemischen Produkten in Polen auch 2009 steigen. Da der einheimische Chemiesektor den hohen Bedarf, insbesondere an Spezialkunststoffen, nicht decken kann, ist die Wirtschaft auf Importe angewiesen. Davon können deutsche Branchenunternehmen profitieren. Experten rechnen noch über Jahre mit einer expandierenden Nachfrage, da der polnische Pro-Kopf-Verbrauch von Chemikalien im europäischen Vergleich noch niedrig ist.

WARSCHAU. Die optimistischen Nachfrageerwartungen für 2009 und darüber hinaus dürften (neben der - wenn auch leicht abgeschwächten - anhaltend guten Konjunktur) hauptsächlich auf den im europäischen Vergleich noch niedrigen Pro-Kopf-Verbrauch von Chemikalien (circa 35 bis 40 Prozent des EU-Durchschnitts) zurückzuführen sein. An der gesamten verkauften Chemieerzeugung in der EU hat Polen aber erst einen Anteil von knapp zwei Prozent. Der Importanteil am polnischen Gesamtverbrauch chemischer Erzeugnisse stieg in den letzten drei Jahren von 60 Prozent auf rund 70 Prozent (2007).

Das jährliche Umsatzwachstum bei Chemikalien liegt nach Expertenschätzungen im Mittel bei rund acht Prozent. In einigen Sparten, wie der Bauchemie, die angesichts bevor stehender Investitionen im Zuge der Fußball-EM 2012 große Aufträge erwartet, dürften die Zuwachsraten noch erheblich höher ausfallen. Vom Aufschwung in der Bauindustrie profitieren auch Hersteller von Farben und Lacken sowie fertigen Kunststoffprodukten (Fenster-, Türrahmen, Bodenbeläge, synthetische Eisenoxide für Sichtbeton).

Infolge von Großinvestitionen in die Kfz- und Haushaltsgeräteindustrie (vor allem weiße Ware) ist die Nachfrage nach Kunststoffen enorm. Zu Großabnehmern entwickeln sich zudem Flatscreen-Hersteller. Vor allem in technischen Einsatzbereichen werden große Mengen an speziellen Gummierzeugnissen benötigt.

Den steigenden Bedarf an (hochwertigen) Polymeren im Land kann die polnische Kunststoffbranche kaum befriedigen. Bei den meisten Kunststoffen ist Polen daher auf Importe angewiesen. Das gilt besonders für Polyamidkunststoffe, aber auch für expandierendes Polystyrol (EPS), das zu etwa 60 Prozent eingeführt werden muss. Ähnliches gilt für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP). Polymere, Epoxidharze und Polyamide in Grundformen werden in größeren Mengen auch in Polen hergestellt.

Die Anbieter von Spezialdüngemitteln und Antioxidantien profitieren von der zunehmenden Nachfrage jener Landwirte, die zur Teilfinanzierung solcher Käufe Direktzahlungen von der EU erhalten können. Der Düngerverbrauch ist in Polen noch immer bedeutend niedriger als in den westlichen EU-Ländern.

Seite 1:

Polens boomender Chemiemarkt bietet Chancen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%