Landesarbeitsgerichts hebt Entscheidung eines Arbeitsgerichts auf
Nebentätigkeit trotz Krankheit: Entlassung gerechtfertigt

Wenn ein krankgeschriebener Arbeitnehmer einer Nebentätigkeit nachgeht, muss er grundsätzlich mit seiner fristlosen Entlassung rechnen.

dpa MAINZ. Dies gilt jedenfalls dann, wenn er damit den Heilungsprozess ernsthaft gefährdet, wie aus einem am Montag veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland- Pfalz in Mainz hervorgeht.

Aus der Intensität der Nebenbeschäftigung könne sich aber auch der begründete Verdacht ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit nur vorgetäuscht sei. Diese Täuschung berechtige selbstverständlich ebenso zur fristlosen Kündigung, meinten die Richter (Az.: 8 Sa 1159/01).

Das Gericht hob mit seinem Urteil eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Koblenz auf und wies die Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers ab. Der Kläger war krankgeschrieben, hatte sich aber während dieser Zeit als Busfahrer betätigt. Als dies dem Arbeitgeber bekannt wurde, kündigte dieser fristlos.

Das Arbeitsgericht meinte, das Verhalten gebe allenfalls Anlass für eine ordentliche Kündigung. Dem folgte das LAG nicht. Der Kläger habe wesentliche Nebenpflichten seines Arbeitsvertrages verletzt. Sein Verhalten lasse es für den Arbeitgeber nicht mehr als zumutbar erscheinen, den Kläger noch bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist zu beschäftigen.

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