Landesmedienanstalten wollen Privatsender kontaktieren
RTL-Regionalprogrammen mangelt es laut Studie an sachlichen und tagesakutellen Meldungen

Die RTL-Regionalprogramme in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bieten nicht viele relevante Regionalnachrichten. Probleme mit der Lizenz werden dem Privatsender daraus aber nicht erwachsen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Eine "dramatische Verengung" bei den Themen der RTL-Regionalprogramme für Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat eine umfangreiche Untersuchung festgestellt. Wie es in der am Mittwoch in Frankfurt präsentierten Studie weiter heißt, zeichnen sich dagegen die Angebote von SAT.1 in Bayern, Hamburg und Mainz durch eine ausgeprägte sachliche und tagesaktuelle regionale Berichterstattung aus. Auch das RTL-"Regionalfenster" für Hessen werde nur zu einem geringen Anteil von unpolitischen "Human-Touch-Geschichten" bestimmt. Die Untersuchung des Instituts für Medienforschung (Göttingen) zu zwölf Regionalfenstern der beiden Privatsender war von sieben Landesmedienanstalten in Auftrag gegeben worden.



Die Direktoren der Landesmedienanstalten teilten mit, sie wollten nun "intensive Gespräche" mit den Privatsendern, vor allem RTL in NRW und Niedersachsen, führen. Lizenzrechtliche Fragen werfe die Untersuchung aber nicht auf, versicherten die Direktoren Reinhold Albert (NLM/Niedersachsen) und Norbert Schneider (LfR/NRW). Die Erteilung von Lizenzen für die Sender war von den Medienanstalten an einen bestimmten Umfang von regionaler Berichterstattung gekoppelt worden.



Das Programm sehen sowieso nicht viele Schneider sagte zur Qualität der regionalen Angebote der Privaten, insgesamt "spielt sich alles in einer Liga ab". Wenn aber künftig vermehrt Ballungsraumfernsehen zum Tragen komme und sich möglicherweise die Einschaltquoten verschöben, müsse man eventuell neu über Auflagen für Privatsender zur Regionalberichterstattung nachdenken. Letztendlich könne "man niemanden zwingen, ein Programm zu machen, dass niemand sieht", sagte Schneider. Derzeit liege die Quote der Regionalfenster bei elf bis 13 Prozent.



Prof. Helmut Volpers vom Göttinger Institut verwies darauf, dass die journalistische Qualität der Regionalfenstern der Privaten im Durchschnitt zufrieden stellend sei. Bei SAT.1 sei der Anteil der sachlichen Berichterstattung deutlich höher als bei RTL, wo "mehr emotionalisiert" werde. Vor allem bei RTL bleibe für eine breite "Berichterstattung über das politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben in den Ländern weniger Raum".

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