Landgericht muss Fall neu prüfen
Verfahren wegen Insiderhandels wird neu aufgerollt

Der ehemalige Börsenjournalist Sascha Opel wurde wegen Insiderhandel verurteilt. Nun hat der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben.

HB KARLSRUHE. Der Bundesgerichtshof (BGH) hab am Donnerstag die einjährige Bewährungsstrafe auf und verwies das Verfahren an das Landgericht Stuttgart zurück.

Laut BGH ist das so genannte "Scalping" kein verbotener Insiderhandel, erfüllt aber den Tatbestand der Kursmanipulation. Das Landgericht hatte Opel zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, die Strafe aber zur Bewährung ausgesetzt.

Opel hatte zusammen mit einem Komplizen im Oktober 2000 Aktien am Neuen Markt gekauft, deren Kurs anschließend durch Empfehlungen an zwei von ihm beratene Fonds mit in die Höhe getrieben und die Papiere mit Gewinn wieder verkauft. Mit diesem "Scalping" genannten Vorgehen hatte er laut Gericht binnen weniger Wochen 115 000 Euro Gewinn eingestrichen.

Das Gericht entschied, bei diesem Vorgehen handele es sich nicht um Insiderhandel, weil Opel keine Information von Dritten ausgenutzt habe sondern die kursbeeinflussenden Tatsachen selbst geschaffen habe. Die Behörden waren Opel durch verdeckte Ermittler auf die Spur gekommen, denen sein Komplize die Taktik verraten hatte. Das Landgericht muss den Fall nun unter dem Gesichtspunkt der Kursbeeinflussung neu prüfen. Nach dem zur Tatzeit maßgeblichen Börsengesetz stehen darauf bis zu drei Jahre Gefängnis.

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