Landtagswahlen
Kommentar: Klar zum Ablegen!

Na endlich! Nach einer lähmenden Periode der ruhigen Hand, in denen Schröder & Co. mit Blick auf die Bundestagswahlen lieber alles so ließen, wie es immer war, und nach einer nicht minder lähmenden Periode der fahrigen Hand, in der uns Clement & Co. wöchentlich mit einem neuen Vorschlag überraschten, könnte nach dem Erdrutschsieg der CDU in Niedersachsen und Hessen eine große Koalition aus unionsgeführtem Bundesrat und rotgrün geführter Bundesregierung das Land in Schwung bringen.

Doch der Kanzler hat ein Problem: Das Herz seiner Genossen schlägt links. Angeführt von Franz Müntefering rebelliert schon jetzt ein Teil der SPD gegen jene neue Allianz, zu der sich der Unionsvize Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement in der vergangenen Woche die Hand gereicht haben. Angefeuert werden die zaudernden Genossen von den Gewerkschaften, die bislang aufschrieen, wenn Reizwörter wie Kündigungsschutz von Mitgliedern der Bundesregierung nur in den Mund genommen wurden.

Allerdings sollten die Reformverhinderer um Verdi & Co. von jetzt an besser kalkulieren: Der Kanzler, den sie lange genug als einen der ihren angesehen haben, ist geschwächt aus den Landtagswahlen hervorgegangen. Die meisten Bundesländer werden von einer klaren bürgerlichen Mehrheit regiert. Wenn Schröder jetzt nicht den Kurs ändert, wird er zur lahmen Ente. Damit wäre den Gewerkschaften nicht gedient, denn einen anderen Kanzler haben sie nicht. Sie sollten deswegen besser ins Boot springen, bevor es ohne sie ablegt.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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