Landwirte bewachen die Grenzen
MKS breitet sich in den Niederlanden weiter aus

ap FRANKFURT/MAIN. Die Maul- und Klauenseuche ist weiter auf dem Vormarsch. In den Niederlanden meldete Landwirtschaftsminister Laurens-Jan Brinkhorst am Donnerstag drei neue Fälle. Deutschland kann dagegen vorerst aufatmen: Die befürchtete MKS-Infizierung von 450 aus den Niederlanden nach Hessen importierten Ferkeln bestätigte sich nicht. An Grenzübergängen zu den Niederlanden im Kreis Borken demonstrierten Landwirte gegen mögliche illegale Viehtransporte aus dem Nachbarland.

In den Niederlanden wurden damit bisher auf zehn Höfen MKS-Fälle festgestellt. In Großbritannien, wo die ansteckende Tierkrankheit ihren Ausgang nahm, stieg die Zahl der Fälle mittlerweile auf 742. Nachdem der EU-Veterinärausschuss der britischen Regierung am Mittwoch erlaubte, rund 180 000 Kühe zu impfen, soll nun in den nächsten Tagen über mögliche Immunisierungen entschieden werden. Vor der Erlaubnis der EU-Veterinäre hatte der britische Landwirtschaftsminister Nick Brown erklärt, seine Regierung habe zwar noch nicht über eine Impfung entschieden, wolle aber die Möglichkeit dazu haben.

Bei den nach Hessen importierten Ferkeln wurden bei Blutuntersuchungen in der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere keine MKS-Antikörper festgestellt, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte. Den Angaben zufolge waren die Tiere Ende Februar aus der niederländischen Seuchenregion Gelderland über Nordrhein-Westfalen nach Hessen gekommen.

Die polizeilich genehmigten Grenzwachen der deutschen Bauern begannen am Mittwochabend und sollen zunächst bis zum kommenden Samstag andauern. Die Bauern wollen nach Angaben des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken auf die Gefahr eines Übergreifens der Tierseuche nach Deutschland aufmerksam machen. Polizeibeamte sind vor Ort, um die demonstrierenden Landwirte zu schützen und im Zweifelsfall Laster mit verdächtiger Ladung zu kontrollieren. Nach wie vor führt die Polizei im Grenzgebiet zu den Niederlanden verstärkt Fahrzeugkontrollen durch, um verbotene Tiertransporte zu verhindern.

Sonnleitner bekräftigt Kritik an EU

Unterdessen sprach sich der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz im nordrhein-westfälischen Landtag dafür aus, kurzfristige Impfungen seltener Tierrassen und von Zoo-, Gehege- und Zirkustieren gegen MKS zuzulassen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, bekräftigte seine Kritik an der bisherigen strikten Nicht-Impfungspolitik der EU gegen die Seuche. Die volkswirtschaftlichen Kosten einer Vernichtungsstrategie seien enorm, erklärte er. Zudem zeige sich in Großbritannien, dass mit dieser Strategie der Seuchenzug nicht aufgehalten werden könne.

Polen schloss aus Angst vor der Seuche am Donnerstag vier Grenzübergänge nach Deutschland. An diesen Passierstellen für Fußgänger und Radfahrer seien keine zuverlässigen Desinfektionen möglich, sagte ein Sprecher der polnischen Botschaft in Berlin. Betroffen sind demnach die Übergänge im brandenburgischen Mescherin sowie in Ahlbeck auf Usedom, Blankensee und Schwennenz in Mecklenburg-Vorpommern. Die Vorsichtsmaßnahme soll den Angaben zufolge zunächst drei Monate dauern.

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