Lange Rednerliste erwartet
Irak-Debatte im Weltsicherheitsrat

Der Weltsicherheitsrat in New York hat für Mittwochabend 21 Uhr MEZ eine erste offene Debatte zum Irak-Krieg anberaumt. Sie soll allen 191 Mitgliedern der Vereinten Nationen die Gelegenheit bieten, ihre Position zu dem amerikanisch-britischen Militärschlag darzulegen.

HB/dpa NEW YORK. Wie viele Vertreter aus den Mitgliedländern das Wort ergreifen, war vorerst nicht abzusehen. In diplomatischen Kreisen bestand jedoch kein Zweifel daran, dass sich die Aussprache wegen der Rednerliste über zwei Tage erstrecken würde. Russland, die Arabische Liga sowie die 110 blockfreien Staaten sind die Initiatoren der Sitzung.

Der Sicherheitsrat strebt an, noch vor Beginn der Debatte über ein humanitäres Hilfsprogramm für den Irak zu beschließen. Ein Expertenteam des Rates arbeitet seit dem Wochenende unter deutscher Führung an einem Resolutionsentwurf, der UN-Generalsekretär Kofi Annan mit der Organisation des Programms betrauen soll. Annan würde auf die Vorräte aus dem "Öl-für-Nahrungsmittel"-Programm zurückgreifen. Es hatte die irakische Bevölkerung trotz bestehender Sanktionen seit 1996 mit Importgütern versorgt, die aus dem Erlös des Ölexports finanziert wurden.

Annan hatte verschiedentlich klar gemacht, dass das UN-Programm die Hilfe lediglich begleiten soll. Hauptverantwortliche für die Versorgung der irakischen Bevölkerung seien die Länder, die den Krieg gegen Bagdad begonnen hätten, sagte Annan, ohne die USA und Großbritannien beim Namen zu nennen.

Derweil rief der irakische UN-Botschafter Mohammed Aldouri den Sicherheitsrat im Namen Bagdads an, "die amerikanisch-britische Invasion zu stoppen und den Rückzug ihrer Truppen aus den international anerkannten Grenzen der irakischen Republik" anzuordnen. Der Iraker forderte den Sicherheitsrat außerdem auf, die Souveränität, politische Unabhängigkeit und territoriale Integrität seines Landes zu bestätigen.

Annan traf am Dienstag mit der Nationalen Sicherheitsberaterin des US-Präsidenten, Condoleeza Rice, in seinem Büro zusammen. Der britische Premierminister Tony Blair hat sich für Donnerstag bei Annan angesagt.

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