Langer unter ferner liefen
Harrington entthront Tiger Woods

Superstar Tiger Woods kam, sah und verlor seinen Titel bei der "Deutsche Bank - SAP Open" der Golfprofis an den Start-Ziel-Sieger Padraig Harrington aus Irland. Ohne eine Trainingsrunde auf dem Par 72-Platz in Alveslohe gedreht zu haben, musste sich der dreimalige Gewinner der Europameisterschaft der Golfprofis (TPC) am Sonntag als 29. eine Lehrstunde erteilen lassen.

HB/dpa ALVESLOHE. Der "ewige Zweite" Harrington (269/65+66+70+68) gewann nach Stechen am ersten Extra-Loch gegen den Dänen Thomas Björn (269- 70+71+65+63) und kassierte 450 000 ?. Dem 31-jährigen Harrington genügte ein Par am 18. Loch. Björn hatte sich vom elften Rang noch nach vorn gearbeitet, spielte aber Bogey. Das deutsche Trio mit Bernhard Langer an der Spitze spielte keine Rolle. Mit 285 Schlägen (72+70+70+73) landete Deutschlands bester Golfer als 64. unter ferner liefen.

Dafür übernahm Harrington sieben Tage nach seinem 2. Rang bei der International Open in Birmingham mit seinem zweiten Saisonsieg auch Platz eins in der europäischen Rangliste von Ernie Els. Der Weltranglisten-Zweite aus Südafrika hatte kurz vor dem Start seine Teilnahme wegen einer Handverletzung abgesagt.

Der Auftritt des für zwei Mill. ? engagierten Medienlieblings Woods zog - wie schon bei seinen drei Siegen in St. Leon-Rot (1999/2001/2002) - fast 70 000 Zuschauer in den Bann, Rekordbesuch für den Golfclub im Besitz der Deutschen Bank.

"Woods ist jeden Cent wert", freute sich Turnierdirektor Harald Hartmann zusammen mit den Titelsponsoren über den hohen Werbeeffekt des teuersten Sportlers der Welt. 70 bis 100 Mill. Dollar aus Werbeeinnahmen soll der 27-Jährige pro Jahr verdienen. Am Mittwoch war der Weltranglisten-Erste nach 31-tägiger Turnierpause mit seinem Privatjet eingeflogen und erfüllte artig vertraglich festgelegte Sponsorentermine. Dafür ließ er aber fast jedes professionelle Training auf der Driving Range vermissen und entzog sich so den Fans.

"Ich habe von kritischen Stimmen gehört, kann aber kein Deutsch lesen", konterte Woods, "die wissen offensichtlich nicht, wie ich spiele. Jeder weiß, dass ich immer alles gebe." Wichtige Putts seien eben nicht gefallen. "Das aber hat nichts mit meiner Pause zu tun", ergänzte der Amerikaner, "wenn Du die Grüns anschaust. Es waren nicht die besten, obwohl sie alles für einen besseren Zustand versucht haben. Das hatte auch viel Einfluss auf mein Spiel."

Die Fans von Bernhard Langer suchten den Schwaben ebenfalls vergeblich auf dem Leaderboard. Der TPC-Sieger von 1983 und 1995 war aber immer noch bester von elf gestarteten Deutschen. "Der Cut war schon gut. Große Wunder waren nicht zu erwarten. Ich stelle meinen Rückschwung um. Das ziehe ich durch. Kleine Veränderungen lösen Kettenreaktionen aus, die muss ich in den Griff bekommen", versuchte Langer seine Formschwäche seit Saisonbeginn zu erklären, ehe er zurück in seine Wahlheimat Florida flog.

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