Langers Frust im Matsch
Woods schreibt wieder Masters-Geschichte

Tiger Woods hat beim 66. US-Masters in Augusta ein neues historisches Golf-Kapitel geschrieben. Die Weltspitze zog deshalb nach seinem dritten Sieg seit 1997 auf einem der schwierigsten und schönsten Golfplätze der Welt mit 272 Schlägen (70+69+66+71) vor dem Südafrikaner Retief Goosen (279-69+67+69+74) und Phil Mickelson (USA/280-69+72+68+71) ehrfürchtig den Hut.

dpa AUGUSTA/FRANKFURT. Bernhard Langer (Anhausen) stand dagegen nach seinem enttäuschenden 32. Platz in seinem "Wohnzimmer" der Frust im Gesicht.

Nur dem Engländer Nick Faldo (1989/90) und Jack Nicklaus (USA) war es 1965/66 bisher gelungen, dieses Turnier zwei Mal hintereinander zu gewinnen. "Ich habe alles versucht. Wir alle haben es versucht", schüttelte der Weltranglisten-Dritte Ernie Els (Südafrika) stellvertretend für die düpierte Konkurrenz den Kopf, als sich der 26-jährige Woods zum dritten Mal das "Grüne Jacket" überstreifen ließ.

Els teilte sich mit dem Iren Padraig Harrington nach 282 Schlägen auf dem Par 72-Kurs im National Augusta GC Rang 5 - ohnmächtig wie Mickelson oder Goosen, den Tiger auf seinem Triumphmarsch zu seinem siebten Major-Sieg seit seinem Wechsel 1996 ins Profi-Lager zu stoppen. "Es ist etwas ganz Besonderes heute, aber es war auch schwieriger als im vergangen Jahr. Ich glaube, ich werde älter", scherzte Woods, nachdem der beste Golf-Profi der Welt am 18. Grün den Siegerscheck von 1,143 Mill. Euro entgegengenommen und seine Eltern umarmt hatte.

Der Mann, der keine Fehler macht

"Jeder weiß ganz genau, dass der Tiger kaum Fehler macht, wenn er vor der letzten Runde in Führung liegt", machte US-Open-Champion Goosen aus seinem Herzen keine Mördergrube. Nach zwei Birdies am 15. und 16. Grün der letzten Runde schöpfte der 33-jährige "Himmelsstürmer" der vergangenen Monate und Sieger vor einer Woche bei der BellSouth Classic noch einmal Hoffnung. Woods aber hatte bereits mit einem Birdie am zweiten Loch zum ersten Mal allein die Führung von Goosen übernommen und ließ sie sich bis zum letzten Schlag nicht mehr abnehmen. Es war sein 31. Sieg auf der US PGA-Tour und der siebte Major-Titel nach seinem Karriere-Grand-Slam mit den Triumphen 2000 bei den US Open und British Open, US Championship sowie Masters 2001.

"Tiger Woods liegt der Golfplatz sowieso, und wenn er dann noch so gut spielt, ist er kaum zu schlagen", gab auch Langer resignierend zu, dass er mit 44 Jahren und bei dem um gut 260 m verlängerten Kurs an der berühmten Magnolia-Lane gegen den Tiger immer weniger Chancen hat. Dem Schwaben fehlten im Schnitt bei jedem Abschlag rund 30 bis 40 m im Vergleich zu Woods, der mit seinem Instinkt für Technik, Schlaggefühl und Präzision auf der Welt ganz oben steht.

Regenschwere Fairways machten Langer zu schaffen

"Ich komme immer wieder gern zurück, aber der Platz ist nicht mehr der, der er noch vor Jahren war", betonte Langer, der hier 1985 und 1993 seine bisher größten Erfolge unter den 65 Titeln weltweit gefeiert hatte. Langers Alter macht sich bemerkbar. Dem hat der Schwabe auch Rechnung getragen, sein Material immer wieder optimal ergänzt und mit seiner Akkuratesse und Fitness solche Defizite wie mangelnde Länge ausgeglichen. Seinen Frust schob Langer zusätzlich auf die widrigen Wetterverhältnisse mit den regenschweren Fairways. Die Bälle rollten nicht, blieben liegen, ohne sie säubern zu dürfen.

"Das war wirklich kein Spaß. Warum haben sie die Regeln nicht geändert?", fragte der Routinier, der auf die Revanche bei der "Deutschen Bank - SAP Open" vom 17. bis 20 Mai in St. Leon-Rot bei Heidelberg setzt. Bei der so genannten Europameisterschaft der Profis sind sowohl Woods wie Goosen und Harrington, die neuntplatzierten Miguel Angel Jimenez (Spanien) und Adam Scott (Australien) sowie Langer und der BMW-Open-Sieger John Daly (USA) am Start.

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