Langfristig Ebit-Marge von 14 Prozent angepeilt
IDS erfreut Aktionäre mit mehr Dividende

Der Saarbrücker IT-Dienstleister IDS Scheer übertraf im Jahr 2000 seine selbst gesteckten Umsatzziele deutlich. Auch die Ergebnisentwicklung konnte mithalten.

scc FRANKFURT/M. Als spekulativ galten die Papiere der Saarbrücker IT-Dienstleisters IDS Scheer seit ihrem Börsengang im Mai 1999 nie. Eher sprachen sie konservative Anleger an. Was ihnen in der Hochphase des Neuen Marktes das Attribut "langweilig" einbrachte, entpuppt sich in der gegenwärtigen Schwächeperiode als Symbol für Qualität. Mit ihren gestern vorgelegten Geschäftszahlen für das Jahr 2000 übertraf das im Nemax 50 vertretene Unternehmen zwar die selbst gesteckten Ziele, der Aktienkurs reagierte aber lediglich mit einem kleinen Plus von 0,7 % auf 14,90 Euro.

Das Beratungs- und Software-Unternehmen für Prozessoptimierung und E-Business konnte seinen Umsatz im Vergleich zu 1999 um 44 % auf 246 Mill. DM steigern. Geplant war aus Unternehmenssicht ein Korridor zwischen 30 und 40 %. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um knapp 6 % auf 24,9 Mill. DM, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 13,7 % auf 26,7 Mill. Euro zu. Die Ebit-Marge verringerte sich zwar im Vergleich zum Vorjahr von 13,8 auf 10,1 %, erfüllte damit aber genau die Erwartungen. Das sahen gestern auch die Analysten von SES Research so. Sie trauen der IDS-Aktie weiter eine Entwicklung mit dem Markt zu ("Marketperformer"). Nach 0,06 Euro im Vorjahr sollen die Aktionäre in diesem Jahr eine Dividende von 0,08 Euro je Aktie erhalten, sagte Vorstandssprecher Helmut Kruppke.

Lag der Fokus von IDS Scheer im vergangenen Jahr besonders auf dem Ausbau der E-Business- und E-Logistics-Produkte, soll in diesem Jahr das Hauptaugenmerk auf der Internationalisierung gerichtet sein. Dann sind auch Akquisitionen geplant, sagte Kruppke: "Unsere Kriegskasse ist aus der Zeit des Börsenganges noch immer gut gefüllt". Insgesamt verfüge IDS über liquide Mittel in Höhe von 186 Mill. DM. Damit will Kruppke aber wie schon in der Vergangenheit konservativ umgehen. "Das für 2001 angestrebte Wachstum von 30 % wollen wir weitgehend organisch erreichen", sagte er.

Gespräche mit Firmen des Neuen Marktes

IDS Scheer führt laut Kruppke aber zur Zeit nicht nur international Gespräche mit geeigneten Übernahmekandidaten, auch mit deutschen Firmen besteht Kontakt. Er bestätigte, dass weiterhin auch Unternehmen des Neuen Marktes unter den Kandidaten sind. Das hatte er bereits zum Jahresende 2000 angedeutet, worauf anschließend an den Märkten wild über die Namen möglicher Kandidaten spekuliert wurde. Besonders heiß wurden damals die ebenfalls in der IT-Branche tätigen Novasoft und Realtech gehandelt, die aber beide umgehend dementierten. Langfristig plant IDS Scheer eine Ebit-Marge von 14 %, sagte Kruppke zu den Zukunftsaussichten. Das sei aber erst realistisch, wenn die zugekauften Unternehmen voll konsolidiert würden.

Für das laufende Jahr brauchen Anleger Kruppke zufolge nicht damit zu rechnen, dass Altaktionäre in größerem Umfang ihre Bestände verkaufen und dadurch den Kurs drücken. August Wilhelm Scheer, Unternehmensgründer und mit einem Aktienanteil von 45 % der größte Einzelaktionär, hat nach eigenen Angaben seit dem Börsengang keine Aktie verkauft und will dies auch in diesem Jahr nicht tun.

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