Langfristig Fonds & Co gefragt
Goldman Sachs bemängelt Riester-Produkte

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat den Vorschriftendschungel bei den so genannten Riester-Produkten scharf kritisiert. Auf Grund der zahlreichen Vorschriften für Anlagen in den neuen Pensionsprodukten würden viele Sparer eher verhalten reagieren.

dpa-afx FRANKFURT. Die mangelnde Transparenz werde zunächst einmal zu einer mangelnden Akzeptanz führen, sagte Dirk Popielas, Pensionsexperte bei Goldman Sachs, am Montag in Frankfurt. Erst auf lange Sicht rechnet er mit Umschichtungen von Immobilieninvestitionen und Bankeinlagen in Kapitalmarktprodukte. "Die Richtung geht ganz klar in Richtung Fonds", sagte er.

Das vorläufige Fazit seines Hauses sei, dass die derzeitigen Regelungen für die Altersvorsorge nur ein erster Schritt sein können, kritisierte auch Thomas Mayer, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs. Dabei dürfe es nicht bleiben. Vielmehr herrsche weiterer Reformbedarf.

Insbesondere zwei Punkte seien hierbei wichtig: Zum einen müsse die nachgelagerte Besteuerung erweitert werden, zum anderen müssten die Regelungen für die private Altersvorsorge reduziert werden. "Diese Regelungen machen es Anlegern schwer, eine adäquate Rendite zu erwirtschaften", erläuterte Mayer. Die betriebliche Altersvorsorge laufe Gefahr, einen nicht europatauglichen Sonderweg einzuschlagen, warnte der Chefvolkswirt.

Kritik an den Pensionsfonds

"So schön die Idee auch war: Europataugliche Pensionsfonds sind leider etwas anderes", kritisierte Pensionsexperte Popielas. In Wirklichkeit handele es sich um eine Versicherungsgesellschaft, da Pensionsfonds im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) definiert sind. "Die Pensionsfonds, wie wir sie jetzt haben, sind nicht ohne weiteres europatauglich", fasste er zusammen. Er bemängelte unter anderem die steuerliche Benachteiligung und den hohen Verwaltungsaufwand.

Die Ersparnisse für die private Altersvorsorge könnten am Ende dieses Jahrzehnts einen Stand von 250 Mrd. Euro erreichen, prognostiziert Goldman-Sachs. Da die Renten-Produkte noch nicht ausgereift seien, raten die Experten, diese erst Ende 2002 zu zeichnen. Dabei sollte jeder seine individuelle Situation genau analysieren, bevor er sich festlegt. Bis dahin könnte das eingesparte Kapital beispielsweise in Termingeld angelegt werden, empfiehlt Chefvolkswirt Mayer.

Special: Die Riester-Rente

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