Langfristig Optimismus
Greenspan: Kurzfristig starke Effekte nach Anschlägen

Die Anschläge der vergangenen Woche in den USA werden nach den Worten von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan kurzfristig bedeutende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben.

Greenspan - Anschläge haben Effekte auf US-Wirtschaft

Reuters WASHINGTON. Die Verbraucherausgaben und die Produktion hätten sich nach den Ereignissen des 11. September abgeschwächt, sagte Greenspan am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington. Die Anschläge hätten das Potenzial, das Wachstum in den USA zu bremsen. Allerdings werde es noch einige Wochen dauern, bis der tatsächliche Einfluss der Anschläge gemessen werden könne. Die langfristigen Wachstumsaussichten sieht Greenspan aber nicht gedämpft. Analysten sagten, mangels neuer Daten seien Greenspans Aussagen notwendigerweise eher allgemein gewesen.

Kurzfristig "ausgeprägte Zurückhaltung" im Konsum

"Die wirtschaftliche Tätigkeit (in den USA) ist in der vergangenen Woche quasi zum Erliegen gekommen", sagte der Notenbankchef. Kurzfristig könnten die Anschläge zu einer "ausgeprägten Zurückhaltung" im Hinblick auf das wirtschaftliche Engagement führen. Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Wirtschaft erholen werde und wieder zu den Wachstumsraten der Vergangenheit zurückkehren könne. Während die kurzfristigen Folgen betrachtet würden, dürften die langfristigen Perspektiven nicht vergessen werden. Und diese hätten sich trotz der schrecklichen Ereignisse nicht wesentlich geändert.

Der private Konsum sei unter anderem auch deshalb zurückgegangen, weil die Verbraucher vor den Fernsehern gesessen hätten und aus diesem Grund den Einkaufszentren fern geblieben seien. Bei dieser Reaktion handele es sich aber nur um einen kurzfristigen Effekt.

Führende US-Aktienindizes gaben kontinuierlich nach

Nach den Anschlägen in New York und Washington hatte die US-Notenbank teilweise in konzertierten Aktionen mit anderen Zentralbanken schnell mit stützenden Maßnahmen eingegriffen, um die Folgen für die Märkte zu mildern. Dem Bankensystem in den USA stellte die Fed kurzfristig zusätzliche Liquidität zur Verfügung. Vor der Wiedereröffnung der US-Aktienmärkte am Montag senkte die Fed die Leitzinsen um 50 Basispunkte, um die Börsen zu beruhigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und andere Notenbanken folgten dem Schritt wenig später. Die führenden US-Aktienindizes geben seit der Wiedereröffnung der Märkte trotzdem kontinuierlich nach. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte notierte am Donnerstagnachmittag mit rund 3,20 % im Minus bei rund 8480 Punkten.

Ob die Fed angesichts der Entwicklung am Aktienmarkt die Leitzinsen weiter senken wird, ging aus Greenspans Äußerungen nicht hervor. "Es war eine Standard-Analyse", sagte Dana Johnson, Kapitalmarktexpertin bei BancOne Capital Markets in Chicago. Alle versuchten derzeit mehr oder weniger erfolglos die Frage zu beantworten, wie sich die Wirtschaft weiter entwickeln werde. "Wir haben keine Daten, also können wir nur in allgemeinen Aussagen sprechen", sagte Johnson weiter. "Und Greenspans allgemeine Aussagen spiegeln sehr viel von dem wider, was auch andere Analysten schon gesagt haben.

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