Langfristige Aufwärtstrends wurden teilweise durchbrochen
Kommentar: Gefahr für Europas Börsen

Viele europäische Börsen haben in den vergangenen Wochen die sehr langfristigen Aufwärtstrends nach unten durchbrochen. Lediglich der englische FTSE 100 Index und der niederländische AEX sind noch vom Aufwärtstrend ein wenig entfernt. Der schweizerische SMI und der französische CAC 40 sind in der Nähe der langfristigen Aufwärtstrends angelangt.

HB DARMSTADT. Verbindet man die Tiefpunkte von 1990 und 1995, dann hat der schweizerische SMI den langfristigen Aufwärtstrend leicht nach unten verlassen. Allerdings ist dieser Durchbruch noch nicht signifikant. Die Verbindungen der Tiefpunkte seit 1995 ergeben mehrere Fächer, bei denen die jeweils folgenden Trendlinien flacher verlaufen als die davor liegenden. Dieses Szenario ist negativ. Es zeigt die nachlassende Bereitschaft, zu höheren Kursen zu kaufen. Der Hochpunkt von 1998 stellte einen massiven Widerstand dar, der anschließend nicht nach oben durchbrochen werden konnte, so dass diese Hochpunkte ein Doppel-Top ergeben. Das hat erfahrungsgemäß eine stärkere Abwärtsbewegung zur Folge. Sollte die Unterstützungslinie bei zirka 6 500 Punkten nach unten durchbrochen werden, läge die nächste Unterstützung bei 6 000 Zählern.

Ähnlich wie der SMI sieht der französische CAC 40 aus. Der Index befindet sich auf der aufwärts gerichteten Trendlinie, die seit 1995 intakt ist. Der italienische Mibtel, der spanische Ibex sowie Indizes kleinerer europäischer Börsen, wie zum Beispiel der Athener Composite Index sind bereits nach unten ausgebrochen.

Oberhalb eines langfristigen Trends, den man aus den Tiefs von 1992 und 1995 erhält, bewegt sich der englische FTSE-100-Index. Allerdings wurde der seit 1995 bestehende Aufwärtstrend bereits nach unten durchbrochen. Auch die obere und bereit angelegte Schulter-Kopf- Schulter-Formation aus den Jahren 1999 und 2000 verheißt Ungemach.

Insgesamt sind die meisten europäischen Indizes nach unten ausgebrochen. Die breit angelegten oberen Umkehrformationen lassen auf weitere Kursverluste schließen, selbst wenn es kurzfristig zu Erholungen kommen sollte.

Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts.

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