Langfristige Standortsicherung
Senat schließt Verkauf aller Mehrheitsanteile an Bank Berlin nicht aus

Das Land Berlin schließt einen Verkauf seiner gesamten Mehrheitsanteile an der finanziell angeschlagenen Bankgesellschaft Berlin nicht aus, sieht als Voraussetzung dafür aber die Wahrung von Standortinteressen.

Reuters BERLIN. "Den Hauptsitz der Bank in Berlin zu halten hat für uns Priorität", sagte ein Sprecherin von Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) am Montag in Berlin. Die Bank werde nicht zerschlagen und müsse in Berlin ebenso erhalten bleiben wie möglichst viele wettbewerbsfähige Arbeitsplätze. Krajewski hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, bei einer langfristigen Standortsicherung und einem entsprechenen Sanierungs- und Restrukturierungskonzept müsse das Land nicht zwangsläufig Anteilseigner der Bank bleiben.

Krajewski sagte der "Berliner Zeitung", der Senat sei in der Frage eines Komplettverkaufs seiner Anteile von 56,6 % noch offen. Die Finanzsenatorin räumte ein, dass eine gewisse Beteiligung des Landes auch künftig wahrscheinlich sei. Derzeit verhandelt es mit den anderen Großaktionären, der Norddeutschen Landesbank (NordLB) (20 %) und der Versicherungsgruppe Parion (7,5 %) sowie öffentlich-rechtlichen und privaten Interessenten über eine Beteiligung an der nötigen Kapitalerhöhung von 2 Mrd. Euro. Der Senat hat garantiert, die wegen Verluste im Immobiliengeschäft erforderliche Finanzspritze notfalls auch alleine zuzuschießen.

Der ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband (OSGV) bekräftigte unterdessen sein Interesse, sich an der Sanierung der Bankgesellschaft zu beteiligen. "Wenn wir dazu aufgefordert werden, werden sich unsere Institute an der Restrukturierung beteiligen", sagte OGSV-Geschäftsführer Claus-Friedrich Holtmann der "Berlin Morgenpost". Die Sparkassenorganisation sei sich sicher, der beste Partner für Berlin zu sein, aber nicht um jeden Preis. Entscheidend sei die Frage der künftigen Struktur der Bank. Der OSGV vertritt 72 Sparkassen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Sparkassen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind zudem als Gewährsträger an der NordLB beteiligt.

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