Langfristiger Aktien-Aufschwung erwartet: Union Investment sieht Dax bei 6 000 Punkten

Langfristiger Aktien-Aufschwung erwartet
Union Investment sieht Dax bei 6 000 Punkten

Bei einem Chancen-Risiko-Verhältnis von drei zu eins ist die Union Investment Gruppe für Aktien per saldo positiv gestimmt. Rüdiger Ginsberg, Mitglied des Vorstandes der Union Investment Gruppe mit der Union-Fonds-Holding AG, Frankfurt, nannte dazu am Montag in der Jahrespressekonferenz die Erwartungen von Union Investment im Sinne von "Hausnummern" für die wichtigsten Börsenbarometer bis zum Ende des laufenden Jahres.

vwd FRANKFURT. 6 000 Zähler für den Dax, 4 300 Stellen für den Euro-Stoxx-50, 11 000 Punkte für den Dow-Jones-Index, 11 000 für den Nikkei, 2 300 für den Nasdaq-Composite und 1 300 für den Nemax-All-Share.

Bei der Erläuterung der Perspektiven der Kapitalmärkte ging Rüdiger Ginsberg vom Vorstand der Union-Investment-Gruppe sowohl auf die "lange Sorgenliste" als auch auf die positiven Konjunkturerwartungen ein. Zu den Sorgen zählten das Platzen der Technologie-Blase in den USA und das Enron-Debakel, die gespannte geopolitische Lage im Krieg gegen den Terrorismus, der fallende Yen, der Gewinneinbruch bei US-Unternehmen, die neue Spekulationsblase und die Schwäche des Euro. Zu erkennen sei sehr wohl, das Aktien generell und in den USA mehr als in Europa "nicht preiswert", sondern "eher überbewertet" seien.

Abgesehen vom Problem der Bewertung ist man bei Union Investment nach den Worten von Ginsberg der Auffassung, dass "alle Voraussetzungen für einen langfristigen zyklischen Aktienaufschwung vorhanden sind". Die Marktstimmung sei nach wie vor eher zurückhaltend, bessere sich aber insgesamt. Zudem gebe es konkrete Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur und der Unternehmensgewinne.

Europäische Aktien bieten höheres Kurspotenzial

Dabei bieten nach Einschätzung von Ginsberg europäische Aktien langfristig ein höheres Kurspotenzial als amerikanische Dividendenwerte. Hier seien die Effizienzreserven noch nicht voll ausgeschöpft, zudem dürften die geplanten Liberalisierungen in den EU-Volkswirtschaften für zusätzliche Dynamik sorgen. Besonders optimistisch gibt sich Ginsberg mit Blick auf die Schwellenländer in Fernost und Osteuropa, die von einem Aufschwung der Weltwirtschaft überdurchschnittlich profitieren sollten. Japan scheine in der Lethargie zu verharren, zwischenzeitliche Erholungen schließt Union Investment jedoch nicht aus.

Auf den Anleihemärkten sieht Ginsberg die Zinssenkungen der Notenbanken am Ende angekommen, deshalb sei eine Bodenbildung bei den Anleiherenditen festzustellen. Mit einer nachhaltigen Zinssteigerung sei aber vorerst nicht zu rechnen. Verstärktes Augenmerk legt Ginsberg auf Unternehmensanleihen; mit einer Konjunkturerholung und einer weiteren Aktienmarkt-Stabilisierung dürfte sich die finanzielle Lage der meisten Unternehmen verbessern, so der Anlagestrategie von Union Investment. Die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen ginge dann zurück und eröffne Kurspotenziale für Unternehmensanleihen. In Anleihen aus Schwellenländern sieht Ginsberg nun auch mehr Chancen als Risiken.

Mit Blick auf den Devisenmarkt sagte Ginsberg am Montag in Frankfurt: Der Euro sei zum US-Dollar deutlich unterbewertet nach der Kaufkraftparität und unter Berücksichtung der Zahlungsbilanzen. Den sogenannten "fair value" des Euro zum US-Dollar nennt Ginsberg mit 1,10 $, im Vergleich zu den aktuellen gut 0,87 $. Der Euro-Wechselkurs befinde sich gegenwärtig zum US-Dollar in einer Phase der "Bodenbildung". Zum Jahresende 2002 erwartet Ginsberg den Euro bei "rund 0,90 $ oder leicht darüber".

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