Langfristiger Trend zeigt nach oben
US-Konjunktur: Frühindikatoren-Index stagniert

Die steilen Anstiege des wichtigen US-Indexes der Frühindikatoren sind vorerst vorbei: Nachdem der "Leading Indicator" vier Monate in Folge gestiegen war, stagnierte er im Februar auf dem Niveau des Vormonats, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag mit.

ost DÜSSELDORF. Volkswirte werten dieses Ergebnis jedoch nicht als Zeichen für einen langsameren US-Aufschwung: "Der langfristige Trend ist nach wie vor positiv", sagt Elisabeth Stögmüller, US-Volkswirtin der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein. Das Barometer liegt 2,4 % über dem Niveau von August 2001 und sogar 3,1 % höher als vor einem Jahr. Einige Faktoren, die im Februar dämpfend wirkten, seien vorübergehender Natur, meint Stögmüller - vor allem die im Februar schwächereren Aktienmärkte und das Verbrauchervertrauen. "Beide haben sich im März wieder verbessert."

Der Index besteht aus zehn bereits veröffentlichte Wirtschaftsdaten - unter anderem den Arbeitsstunden im verarbeitenden Gewerbe, den Aktienkursen und der Geldmenge M2. Er zeigt Konjunktur- Wenden etwa sechs bis neun Monate im Voraus an. "Natürlich wäre mir lieber gewesen, wenn sich der Index weiter verbessert wäre", sagt Stan Shipley von Merrill Lynch. Um die US-Konjunktur macht er sich dennoch keine Sorgen: "Die Dinge sehen ziemlich gut aus, wir befinden uns mitten in einer Erholung." Auch Holger Bahr von der DGZ-Deka-Bank ist optimistisch und schraubte gestern seine US-Wachstumsprognose für 2002 von 1,3 % auf 2,0 % hoch.

Inflation relativ zahm

Trotz der historisch niedrigen Leitzinsen hat die US-Notenbank die Inflation weitgehend unter Kontrolle: Gegenüber dem Vormonat stieg das Preisniveau im Februar saisonbereinigt um 0,2 %, auf Jahressicht stagnierte die Inflation bei 1,1 %, meldete das US-Arbeitsministerium am Donnerstag. Diese Zahlen decken sich mit den Erwartungen der meisten Volkswirte.

Etwas höher als gedacht war das Plus der Kerninflation, wozu aus dem Gesamtindex die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden. Hier betrug der Preisanstieg 0,3 % im Monats- und 2,6 % im Jahresvergleich. Höhere Preise für Kleidung, Zigaretten und Wohnungen sind die Ursache für den aus Sicht der Commerzbank "hartnäckigen Anstieg" der Kernrate. Die Energiepreise dämpften den Anstieg des Gesamtindexes. Sie sind um 0,8 % gesunken, zuvor stiegen sie um 0,9 %. Die Februar-Inflation hat dazu geführt, dass die Realeinkommen der US-Bürger im Februar im Schnitt um 0,1 % gesunken sind. Im Jahresvergleich kletterten sie um 2,9 %.

Quelle: Handelsblatt

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