Langsam steigende Kurse erwartet
Experten: Anlegerinteresse zum Jahresende zurück am Neuen Markt

Wachsendes Anlegerinteresse wird sich nach Experteneinschätzung im Dezember in weiter steigenden Kursen am Neuen Markt niederschlagen.

Reuters FRANKFURT. Wachsendes Anlegerinteresse wird sich nach Experteneinschätzung im Dezember in weiter steigenden Kursen am Neuen Markt niederschlagen. Impulse aus den USA und die Käufe von Fonds werden sich auch über den Jahreswechsel hinaus positiv auf die Indizes am Wachstumssegment auswirken, sagten Experten. Sie rechnen allerdings mit langsam steigenden Kursen am Neuen Markt und gehen nicht von einer Explosion der Indexstände wie zu Beginn dieses Jahres aus. Nach dem Ausverkauf der EM.TV-Aktien sei der Neue Markt aus dem Gröbsten raus, hieß es.

Vor allem im Januar werde die Liquidität in den Markt zurückkommen, da sich Fonds zu Beginn des Jahres traditionell neu positionierten, sagte Andre Köttner, Fondsmanager bei Union Investment. Marc Schädler, Fondsmanager bei der Nordinvest, sagte, er werde seine Barmittelbestände zum Jahresschluss deutlich herunterfahren. Es sei ein Risiko, zuviel Bares mit ins neue Jahr zu nehmen, um dann festzustellen, dass die Kurse schon gestiegen seien. Dann werde ein Einstieg unnötig teuer. Ende November hatten von Reuters befragte Fondsverwalter noch erklärt, sie bauten aus weiter anhaltenden Mittelzuflüssen Barmittelbestände auf, um sich zu gegebener Zeit im Markt zu engagieren.

Entscheidung in US-Wahl als positiver Schub

Die Experten gehen außerdem davon aus, dass sich die erwartete weiche Landung der amerikanischen Konjunktur und eine mögliche Zinssenkung bereits im Dezember positiv auf den deutschen Aktienmarkt auswirken werden. Ein Ende des Tausziehens um die US-Präsidentschaft werde für einen zusätzlichen Schub sorgen, sagte Lothar Weniger, Leiter Aktienresearch der DG-Bank.

Insbesondere risikofreudige und erfahrene Anleger kehrten nun nach und nach an den Markt zurück, sagte Köttner. Dabei werde vor allem in Werte investiert, die mit dem Markt gefallen seien, aber ihre Prognosen hätten einhalten können. "Die Musik spielt erstmal bei den größten Werten und bei denen, die eine relative Stabilität zeigen konnten", sagte Guiseppe Guido Amato, Analyst beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz. "Der Neue Markt ist nicht tot, wenngleich eine gehörige Portion Realismus Einzug gehalten hat", konstatierte er.

Einzelne heftige Bewegungen erwartet

Amato rechnet mit einem langsamen Kursaufschwung am Neuen Markt mit einzelnen heftigen Bewegungen. "Die Mutigen fangen jetzt schon an, vorsichtig Bestände aufzubauen", sagte er. Wenn es allerdings nicht gelinge, die Liquidität im Januar und Februar in nachhaltig steigende Kurse umzusetzen, sei zu befürchten, dass der langfristige Abwärtstrend erhalten bleibe, sagte Amato. Lothar Weniger hält hingegen eine heftige Aufwärtsbewegung für wahrscheinlicher als einen moderaten Aufschwung von zehn bis 20 %. Zu einer "Superrally" wie zu Beginn dieses Jahres wird es Weniger zufolge aber nicht kommen. "Dafür ist am Neuen Markt doch zu viel Vertrauen verspielt worden", betonte er.

Schädler rechnet am Neuen Markt mit einem freundlichen Ausklang zum Jahresende. Den Blue-Chip-Index Nemax-50 sieht er bei 3 700 bis 4 000 Punkten. Der Neue Markt erhole sich verhalten. "Jetzt gehen die Wetten los, welche Werte sich erholen können", sagte Schädler. Die Investoren zeigten unterschiedliche Risikobereitschaft. Bei vielen Unternehmen könne über die Bewertung gestritten werden, und der Glaube an sie hätte einigen Investoren in diesem Jahr viel Geld gekostet. Schädler zufolge werden aber sowohl private als auch institutionelle Anleger bald an den Markt zurückkehren.

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