Langzeitbehandlung
Aids-Behandlung mit vielen Risiken

Die erzielbaren Langzeiterfolge bei der Aids-Behandlung haben zum Teil schwerwiegende "Schattenseiten".

dpa MÜNCHEN. Nebenwirkungen wie Zucker- und Fettstoffwechselstörungen erhöhten das Herzinfarktrisiko bei HIV-Patienten, sagte Professor Gerd Plewig, Direktor der Dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München, am Donnerstag bei einem Aids-Symposium in der Landeshauptstadt. Zudem würden körperliche Veränderungen die Motivation zur Behandlung verringern.

Die am häufigsten belastende Nebenwirkung für Aids-Patienten sei Fettverlust im Gesicht und an den Armen und Beinen sowie eine Fettverschiebung im Brustbereich. Die Korrektur des Fettverlustes durch Unterspritzung mit einer Substanz werde von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Zwar könne Aids inzwischen wie eine chronische Erkrankung behandelt werden, vielen Patienten falle es aber schwer, die verordneten Medikamente in der vorgeschriebenen Form einzunehmen. Dadurch drohten Behandlungsabbrüche. Folge sei eine ständig drohende Resistenzentwicklung von HIV.

Bei Aids-Patienten komme es häufig zu gravierenden medizinischen, psychischen und sozialen Problemen wie Depressionen, Partnerschaftsproblemen und mehreren chronischen Erkrankungen wie Hepatitis-C oder Lymphknotenvergrößerungen (Lymphomen) gleichzeitig.

Plewig beklagte, dass unter dem Eindruck einer verbesserten Behandlungsmöglichkeit von Aids Risikokontakte zunähmen. Vor allem bei jungen Menschen schwinde die Bereitschaft zu kondomgeschütztem Geschlechtsverkehr.

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