Larven schädigen Wurzeln
Hessen droht Maikäfer-Plage

Die wärmeren Temperaturen der vergangenen Tage haben die Maikäfer in Südhessen in Scharen aus dem Boden kriechen lassen. "Jetzt geht die Schwärmerei mit Volldampf los", sagte der Darmstädter Forstamtsleiter Arnulf Rosenstock.

dpa DARMSTADT/POTSDAM. An der Bergstraße wurden bereits am Dienstagabend Scharen von Käfern in den Bäumen beobachtet. Südhessen droht in diesem Jahr eine der größten Maikäferplagen seit Jahrzehnten. Rund drei Milliarden braune Käfer sollen nach Darstellung des hessische Umweltministeriums auf einem Gebiet von rund 6000 Hektar ausfliegen.

Das Bundesagrarministerium rechnete für dieses Frühjahr auch in Regionen Baden-Württembergs und Sachsen-Anhalts mit starkem Maikäferbefall. Der Maikäfer Wolfgang aus Potsdam hat den künstlich verlängerten Winterschlaf dagegen wohl nicht überlebt. Der Käfer, der an einem warmen Januarwochenende 2002 zu früh aus dem Boden krabbelte und im Kühlschrank des brandenburgischen Landesumweltamts in Potsdam seinen Winterschlaf fortsetzen sollte, regte sich zum "Erweckungstermin" am Mittwoch nicht. Aber Gabriele Kallert, die den Käfer im Winter gefunden hatte, ist noch guter Hoffnung: "Das ist ein Kaltblüter - er braucht Zeit, bis er Wärme aus der Umwelt aufgenommen hat." Ausgewachsene Maikäferlarven verpuppen sich in einigen Dezimetern Tiefe im Herbst. Sie schlüpfen nach wenigen Wochen, bleiben jedoch im Boden. Dort überwintern die Käfer und krabbeln im April oder Mai an die Oberfläche und schwärmen aus. Als Futter dient ihnen das frische Grün der Bäume.

Das Naturschauspiel ist nur wenige Wochen lang zu beobachten. In zwei bis drei Wochen ist "der große Spuk vorbei", wie der Lampertheimer Forstamtsleiter Stefan Reccius sagte. Die von den Käfern kahl gefressenen Bäume erholen sich in der Regel wieder, wenn sie im Juni neu austreiben. Die Forstleute fürchten vor allem die Larven (Engerlinge), aus denen sich die Käfer entwickeln. Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 60 Eier in den Boden. Die fingerdicken Engerlinge brauchen rund vier Jahre für die Entwicklung und fressen in dieser Zeit die Wurzeln der Bäume.

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