Lasten können auf beiden Seiten leigen
Widerspruch im Arbeitsvertrag: Arbeitnehmer nicht gesichert

Widersprüchliche Vereinbarungen in einem Arbeitsvertrag können grundsätzlich auch zu Lasten des Arbeitnehmers ausgelegt werden. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt/Main in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Urteil festgestellt.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Die Richter wiesen damit die Klage eines Sachbearbeiters gegen eine Bank zurück. Der Arbeitnehmer hatte auf unbefristete Beschäftigung geklagt (Az. vier Ca 2828/02).

Im ersten Paragrafen des Arbeitsvertrages war eine einjährige Befristung des Arbeitsverhältnisses vereinbart und dessen genauer Zeitraum angegeben worden. In einem anderen Passus stand jedoch, das Arbeitsverhältnis solle nach der Probezeit unbefristet fortgesetzt werden. Während der Arbeitnehmer diese Regelung für sich gerichtlich durchsetzen wollte, argumentierte die beklagte Bank mit einer "Panne" und einem "falschen Textbaustein" im Computerprogramm.

Laut Urteil ist diese "Panne" in dem Arbeitsvertrag klar erkennbar. Während zunächst detaillierte Aussagen zu Art und Dauer der Befristung gemacht worden seien, stammten die Vereinbarungen über die Probezeit über die anschließende unbefristete Weiterbeschäftigung aus einem typischen Mustervertragstext. Daher müsse die Auslegung dieser Widersprüchlichkeiten zu Lasten des Arbeitnehmers ausgehen.

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