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Lauda-Air-Bilanz 1999/2000 zunächst gerettet

vwd/apa WIEN. Die mit Spannung erwartete zweite Sitzung des Aufsichtsrates der Lauda ist beendet. Die offiziellen Kommentare der Teilnehmer blieben mit Hinweis auf Vertraulichkeit dünn. Inoffiziell verlautete, dass der Alleingang zur kurzfristigen Geldbeschaffung den Airline-Gründer Niki Lauda gegenwärtig nicht den Posten als Vorstand kosten wird. Vorstandsangelegenheiten hätten diese Sitzung nicht berührt, hieß es. Da die Milliarden-Beschaffungsaktion über Flugzeugverkäufe nicht gestoppt wurde, könnte auch die Lauda-Air-Bilanz 1999/2000 (31. Oktober) ausgeglichen dargestellt werden.

In einigen Wochen soll der endgültige Bericht der am Freitag beschlossenen Sonderprüfung nach Aktienrecht vorliegen. Diese Expertise soll die auch heute weiter bestehenden "Diskrepanzen" klären helfen und auch Grundlage für alle "Maßnahmen der Schadensbegrenzung" bilden, wie Aufsichtsratspräsident Rudolf Streicher fest stellte. Eine weitere Aufsichtsratssitzung soll im November stattfinden, hieß es. Da sollte der weitere Kurs der Sanierung und der Zukunft der Lauda Air bestimmt werden. Eine Privatklage der AUA gegen Niki Lauda, über die im Vorfeld spekuliert worden war, werde es mit Sicherheit nicht geben, hieß es weiter.

Abgestimmt worden sei über die "Rettungsaktion" am Montag im Aufsichtsrat nicht, hieß es in Teilnehmerkreisen. Vorstandsvorsitzender Niki Lauda habe dem Aufsichtsgremium aber Bericht erstattet. Mit dem Erlös der Sale-and-Lease-Back-Transaktionen über 1,1 Mrd. ATS soll die Bilanz mit "plus/minus Null" schließen können und außerdem eine Cash-Basis aufgebaut werden. Es soll sich um drei Boeing 767, eine Boeing 737 sowie einen Regionaljet handeln.

Im Streit um die tatsächliche Höhe des Verlustes der Lauda Air - AUA-nahe Wirtschaftsprüfer sehen mehr als 1 Mrd. ATS, Niki Lauda selbst nur 558 Mill. ATS wurde am Montag, wie es hieß, auf unterschiedliche Ansätze verwiesen. Das Gutachten von Deloitte & Touche kam auf 1 Mrd. ATS, die Prüfer erklärten dies mit der Berechnung nach IAS. Lauda selbst habe in der Sitzung damit argumentiert, auch weiterhin nicht daran zu denken, nach IAS zu bilanzieren. Dieser Bilanzierungsstandard betreffe vor allem den AUA-Konzern.

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