Archiv
Launisches Leverkusen im Glück: 2:1 gegen Wolfsburg

Zumindest den Titel „Herbstmeister der zweiten Halbzeit“ hat Bayer Leverkusen schon sicher. Beim 2:1-Glückssieg gegen den VfL Wolfsburg machten die launischen Rheinländer zum zwölften Mal in dieser Bundesliga-Saison einen 0:1-Rückstand nach der Pause wieder wett.

dpa LEVERKUSEN. Zumindest den Titel "Herbstmeister der zweiten Halbzeit" hat Bayer Leverkusen schon sicher. Beim 2:1-Glückssieg gegen den VfL Wolfsburg machten die launischen Rheinländer zum zwölften Mal in dieser Bundesliga-Saison einen 0:1-Rückstand nach der Pause wieder wett.

Dabei schossen sie 22 ihrer 27 Tore in den zweiten 45 Minuten. "Das mache ich nicht mehr lange mit. Bei jedem Rückstand ärgere ich mich mehr", sagte Bayer-Trainer Klaus Augenthaler der Verzweiflung nahe. Im Champions-League-"Endspiel" gegen Dynamo Kiew dürfe man sich einen weiteren Lapsus dieser Art nicht erlauben: "Das darf nicht passieren. Eine gute Halbzeit reicht gegen Kiew nicht."

Trotz allen nervlichen Stresses imponiert ihm die Zurückkomm- Mentalität seines Teams. "Wir fangen langsam an und hören stark auf. Dass ist besser als schwach anfangen und stark nachlassen", meinte Augenthaler. Auch für seinen Kapitän Jens Nowotny ist diese Art der Spielgestaltung ein Zeichen der Stärke: "Wenn man immer wieder zurück kommt, bringt das sogar Kraft für die Psyche." Nicht aber uneingeschränkte Sympathien der Fans, die ihrem Unmut vor der Pause immer wieder mit Pfiffen Ausdruck verliehen.

"Unser Spiel war insgesamt nicht so prickelnd", bekannte auch Nowotny. Und am Schluss auch noch von einer gehörigen Portion Glück begünstigt. Denn ausgerechnet der Brasilianer Franca erzielte nach seiner Einwechslung in der Schlussminute das Siegtor, nachdem Diego Klimowicz (4.) die Niedersachsen in Führung gebracht und Andrej Woronin (46.) das 1:1 geschossen hatten. "Ich hoffe, dass ich gegen Kiew dabei bin. Es ist nicht ganz einfach für den Trainer", meinte der brasilianische Torjäger, der am 15. September gegen Real Madrid zuletzt getroffen hatte.

Schließlich haben seine Stürmer-Rivalen Dimitar Berbatow (7 Tore) und Woronin (8) keinen schlechten Job gemacht. "Nach den Partien gegen Bayern München und Madrid ist er in ein Loch gefallen. Er hat sich aber nie hängen lassen, deshalb freut es mich besonders, dass er das Tor gemacht hat", sagte Augenthaler. Durchbeißen will sich der 28-Jährige auch in Zukunft bei Bayer. "Ich hatte ein Angebot von den Corinthians Sao Paulo, bleibe aber in Leverkusen."

Seine Felle davonschwimmen sieht Erik Gerets, der mit seinen "Wölfen" lange Zeit die Tabelle anführte und nun die dritte Niederlage in Serie kassierte. "Wenn wir weiter so die Punkte verschenken, wird es für den Europapokal nicht reichen", meinte der Coach. Er hatte schon als Spitzenreiter einen Leistungsrückgang prophezeit, nicht aber so einen Einbruch. "Ich habe erwartet, dass es passiert. Nicht aber so", ärgerte sich Gerets.

Dabei war er mehr über das Ergebnis als über die Leistung frustriert: "Zum ersten Mal haben wir auswärts wieder gezeigt, dass wir Fußball spielen können." Der designierte neue VfL-Manager Thomas Strunz hofft nun auf einen versöhnlichen Jahresausklang. "Das letzte Spiel gegen Bielefeld werden wir gewinnen. Dann haben wir 30 Punkte und gehen hervorragend in die Winterpause", sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%