Laut Blitzumfragen
Obama gewinnt auch zweites TV-Duell

Nach Zuschauerumfragen konnte der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama auch im zweiten Fernsehduell gegen seinen republikanischen Konkurrenten John McCain punkten.

HB NASHVILLE. Die Blitzbefragungen von CBS und CNN nach dem Rededuell in der Nacht zum Mittwoch sind ein Rückschlag für McCain, der in jüngsten Umfragen leicht aber durchgehend hinter seinem Senatskollegen liegt. Inhaltlich bot die Diskussion in Nashville im Bundesstaat Tennessee wenig neues. Beide Kandidaten betonten ihre unterschiedlichen Strategien, um die Folgen der Finanzkrise für den Bürger zu lindern. Eine dritte und letzte Debatte ist für Mittwoch kommender Woche geplant.

Im Gegensatz zu der ersten Debatte mussten McCain und Obama in einem kleineren Rahmen an der Belmont University Fragen aus einem Publikum von etwa 100 Bürgern beantworten, die in ihrer Wahlentscheidung noch unentschlossenen sind. Ihre Antworten konzentrierten sich auf die drei Bereiche Finanz-, die Energie- und Außenpolitik.

"Wir haben kein Vertrauen und keine Zuversicht in unsere Institutionen", erklärte McCain zu der Krise an der Wall Street und dem Vorwurf, die Regierung habe die Märkte nicht ausreichend reguliert. Er schlug vor, dass der Staat die Hypotheken von Hausbesitzern aufkaufen soll, die in finanzielle Schwierigkeiten geratenen sind. Diese Hypotheken sollten durch solche mit festen Zinssätzen ersetzt werden. Der 72-Jährige warf Obama erneut vor, er wolle die Steuern deutlich erhöhen. Obama erwiderte wie zuvor, dass nur Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als 250 000 Dollar (etwa 183 000 Euro) davon betroffen sein würden. Ohnehin trügen die Republikaner mit ihrer Politik zur Deregulierung der Finanzwirtschaft eine Mitschuld and der Krise. Auch McCain habe diese Politik unterstützt, sagte der 47-Jährige. "Wir befinden uns in der schwersten Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise". Nicht nur die Akteure an der Wall Street benötigten ein Rettungspaket, sondern auch die einfachen Arbeitnehmer.

McCain stand unter Druck, bei dem 90-minütigen Schlagabtausch eine besonders gute Vorstellung zu liefern. Einer Umfrage von Reuters, C-Span und Zogby zufolge ging er mit einem Rückstand von zwei Prozentpunkten in die Debatte. In anderen Umfragen war sein Rückstand noch größer. Zudem gilt das Format mit Fragen aus dem Publikum als besondere Stärke des Senators aus Arizona. "Ich glaube, dass McCain außergewöhnlich gut abgeschnitten hat", sagte der republikanische Stratege Scott Reed. Er schränkte dann ein: "Aber insgesamt wird die Veranstaltung das Rennen nicht umkrempeln."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%