Laut inoffiziellen Ergebnissen
Rugovas Partei offenbar Wahlsieger im Kosovo

ap PRISTINA. Die Partei des gemäßigten albanischen Politikers Ibrahim Rugova hat inoffiziellen Ergebnissen zufolge die Kommunalwahl im Kosovo gewonnen. Nach Angaben der unabhängigen Wahlbeobachtergruppe KACI erreichte die Partei in allen größeren Städten der Provinz eine absolute Mehrheit. Rugovas Demokratische Liga erklärte, sie habe in Pristina 68 % und in anderen Städten mehr als 50 % der Stimmen erhalten. Wahlleiter Jeff Fischer erklärte am Montag, offizielle Ergebnisse lägen möglicherweise erst am Dienstag vor.

Unklar war noch, in wie vielen der 30 Kommunen und Kreise Rugovas Partei künftig die Mehrheit hat. Es wurde erwartet, dass in den Hochburgen der früheren Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) im Mittelkosovo die Partei des ehemaligen UCK-Kämpfers Hashim Thaci in Führung liegen könnte.

Kostunica erklärt Wahl ungültig

Die Verteidigungsminister Ungarns und Italiens begrüßten den Ausgang der Wahl vom Samstag bei einem Treffen in Budapest. Der Sieg Rugovas sei eine sehr positive Entwicklung, sagte der italienische Verteidigungsminister Sergio Mattarella. Sein ungarischer Kollege Janos Szabo erklärte, er betrachte die Abstimmung als ersten Schritt im Demokratisierungsprozess, der den Sieg der moderaten Kräfte und die öffentliche Ablehnung von Extremismus gebracht habe.

Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica bezeichnete die Wahl in einer Erklärung vom Sonntag als ungültig, weil sie von den meisten der 80 000 im Kosovo verbliebenen Serben boykottiert wurde. Kostunicas Büro kritisierte, die Wahl trage zur Legitimierung der albanischen Vormachtstellung im Kosovo bei, da Serben in den Kommunalbehörden nicht vertreten seien. Die serbische Regierung, zu der auch Mitglieder des demokratischen Lagers gehören, bezeichnete die Wahlen als unakzeptabel, da sie nicht auf den Gesetzen Serbiens beruhten und zudem das Ziel eines multiethnischen Kosovos verletzten.

Positive Reaktion aus dem Westen

Die internationale Gemeinschaft lobte den friedlichen Verlauf der Wahl und die hohe Beteiligung. Der UN-Verwalter für das Kosovo, Bernard Kouchner bedauerte den Boykott durch die serbische Minderheit in der zu mehr als 90 % von Albanern bewohnten Provinz. Rund 16 Monate nach dem Ende des Kosovo-Krieges waren etwa 900 000 Berechtigte zu der Abstimmung aufgerufen. Zur Wahl stellten sich 5 500 Kandidaten aus 20 Parteien, von denen aber nur drei Chancen hatten, ihre Vertreter in die Kommunalvertretungen zu schicken. Alle zur Wahl stehenden Parteien treten für die Unabhängigkeit des Kosovos ein.



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