Laut Vorstandschef Dieter Rampl: Hypo-Vereinsbank will schwarze Null noch dieses Jahr

Laut Vorstandschef Dieter Rampl
Hypo-Vereinsbank will schwarze Null noch dieses Jahr

Ein ausgeglichenes Ergebnis sei möglich, falls das Wachstum mindestens ein Prozent erreiche.

rtr MÜNCHEN. Die tief in die Verlustzone geratene HypoVereinsbank (HVB) erwartet nach Worten von Vorstandschef Dieter Rampl bis Ende 2003 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis.

"Bis Ende 2003 werden wir die schwarze Null erreichen", sagte Rampl in einem am Montagabend vorab veröffentlichten Interview der "Süddeutschen Zeitung". Diese Kalkulation beruhe allerdings auf einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent. "Wir leben in einer sehr unsicheren Zeit. Wenn jetzt ein lang anhaltender Irak-Krieg beginnt mit negativen Folgen für Konjunktur und Börse sieht die Situation etwas anders aus." Rampl kündigte außerdem am Montag auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt für dieses Jahr eine Riskovorsorge von drei (Vorjahr: 3,79) Mrd. ? an.

Die HVB hatte in der vergangenen Woche angesichts der Milliarden-Risiken in ihrem Kreditbuch sowie der Krise an den Finanzmärkten erstmals einen Jahresverlust ausgewiesen. Mit einem Verlust vor Steuern von 821 Mill. ? im vergangenen Jahr wurden die Befürchtungen des Marktes deutlich übertroffen. Im Jahr 2001 hatte die HVB noch einen Vorsteuergewinn von 1,549 Mrd. ? erwirtschaftet. Die Aktionäre mussten zum ersten Mal seit Kriegsende auf eine Dividende verzichten.

Rampl bekräftigte in der Zeitung, die HVB strebe bis Jahresende eine Eigenkapitalquote von bis zu sieben Prozent an. Das Abrutschen der Kernkapitalquote auf 5,6 % belaste die Bonitätsnote der Bank und verteuere die Refinanzierung am Kapitalmarkt "um einen mittlerweile zweistelligen Millionenbetrag."

Auf einer Investorenkonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt stellte Rampl für 2003 eine Risikovorsorge von drei Mrd. ? in Aussicht. "Wir erwarten 2003 merklich niedrigere Vorsorgeaufwendungen, die aber immer noch deutlich über dem normalen Niveau von 50 Basispunkten (der Risiko-gewichteten Anlagen) liegen." Für 2002 hatte die HVB sogar 3,79 (Vorjahr 2,07) Mrd. ? Vorsorge gebildet.

Analysten bewerteten die Risikovorsorge also hoch, aber realistisch, sofern nicht Firmenpleiten wie Kirch, Fairchild Dornier oder Holzmann zu Buche schlügen.

Rampl schloss weitere Personalmaßnahmen über die bislang angekündigte Streichung von 9100 Stellen bis Ende 2003 nicht aus. "Wir werden aber nicht umhin kommen, diese Zahl im Zuge der nun beschlossenen Transformation zu überschreiten", sagte der Vorstandschef der Zeitung. "Aber wir verhandeln mit dem Betriebsrat und suchen nach intelligenteren Lösungen als dem Stellenabbau." Als denkbare Beispiele nannte er längere Auszeiten von Mitarbeitern oder eine vorübergehende Vier-Tage-Woche.

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete am Montag vorab unter Berufung auf Bankenkreise, die HVB wolle ihre Personalkosten 2003 über das bislang geplante Maß hinaus reduzieren. Auf verschiedenen Betriebsversammlungen hätten HVB-Manager Einsparungen von nochmals 90 Mill. ? angekündigt. Offen sei bislang, wie die Einsparungen zustande kommen sollen. Die HVB-Aktie lag kurz vor Handelsschluss knapp vier Prozent im Minus bei 10,16 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%