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Lauth lässt Toppmöller durchatmen

Klaus Toppmöller erlaubte sich ein erstes Lächeln nach einer zermürbenden Woche. „Die Kritik geht einem schon nahe. Aber es geht nicht um mich, hier geht es nur um Punkte, Punkte, Punkte“, sagte der umstrittene Coach des HSV nach einem 90-minütigen Gefühlsbad gegen Nürnberg.

dpa HAMBURG. Klaus Toppmöller erlaubte sich ein erstes Lächeln nach einer zermürbenden Woche. "Die Kritik geht einem schon nahe. Aber es geht nicht um mich, hier geht es nur um Punkte, Punkte, Punkte", sagte der umstrittene Coach des HSV nach einem 90-minütigen Gefühlsbad gegen Nürnberg.

In dem leidenschaftlichen Kampfspiel fuhr seine Elf beim 4:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg die ersten drei Saisonpunkte ein und brachte Toppmöller fürs Erste aus der Schusslinie. "Wir sind mit dem Trainer sehr zufrieden, er konnte nichts für unsere Niederlagen", sagte Nationalspieler Benjamin Lauth, dem nach seiner Einwechslung 15 Minuten vor Schluss in seinem ersten Bundesliga-Spiel für seinen neuen Club das Siegtor in der 87. Minute gelang. "Wir stehen zu hundert Prozent hinter ihm", bestätigte auch Torhüter Martin Pieckenhagen.

"Ich bin besonders stolz, dass unsere drei Neuzugänge heute getroffen haben. Das bestätigt uns", sagte Toppmöller, dessen Einkaufspolitik mit Abwehrchef Daniel van Buyten und den Stürmern Lauth und Emile Mpenza zuletzt immer mehr in Frage gestellt worden war. Der 53-Jährige, der vor der Partie intensive Einzelgespräche mit den Profis geführt hatte, will nun erkannt haben, dass "wir ein Stück enger zusammengerückt sind. Das war ein Befreiungsschlag, genauso leidenschaftlich herausgespielt wie es die deutsche Handball- Nationalmannschaft bei Olympia macht."

Tatsächlich glänzte der HSV phasenweise mit sehenswertem Angriffsfußball, für den besonders der schnelle Mpenza steht. Doch der Sieg gegen Aufsteiger Nürnberg konnte nicht die vielen Unsicherheiten im Spielaufbau und in der Verteidigung verdecken. "Unser Abwehrverhalten muss besser werden", urteilte denn auch Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach den drei Gegentreffer durch den überragenden slowakischen Nationalspieler Marek Mintal (37./76./84.).

Ausgerechnet in den zwei schweren Auswärtsspielen in Stuttgart und Kaiserslautern muss der so schlecht gestartete Bundesliga-Dino nun unter Beweis stellen, dass die Leistung keine Eintagsfliege war. "Jetzt muss in unsere Köpfe rein, dass wir stark genug sind zu gewinnen", forderte Lauth. Und auch nur dann ist Toppmöllers Arbeitsplatz nicht mehr gefährdet. "Ich weiß, dass ich ordentliche Arbeit abliefere, mehr kann ich nicht tun", meinte der Coach.

Ordentliche, aber fruchtlose Arbeit lieferten auch die Nürnberger ab, die es versäumten, frühzeitig die sich bietenden Torchancen zu nutzen. "Wir haben uns durch Unachtsamkeit selbst geschlagen. Diesen Rückschlag werden wir wegstecken", betonte Coach Wolfgang Wolf: "Der Club ist in der Bundesliga angekommen, jetzt gilt es, die Fehler abzustellen."

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