Leasing erlaubt Spagat zwischen knappen Budgets und notwendigen IT-Investitionen
Planungssicherheit mit Softwareleasing

Der schnelle technologische Wandel im Zeitalter von E-business, Internet und Globalisierung stellt an Unternehmen nicht nur besondere Herausforderungen an die IT-Infrastruktur - sondern gerade auch an die Finanzierung der benötigten Informationstechnologie.

Angesichts des rasanten Technologiefortschritts mit immer kürzeren Produktzyklen und immer komplexeren Projekten sind intelligente Finanzierungsmodelle gefragt, um das Potenzial der neuen Technologien voll ausschöpfen zu können.

IT-Leasing hat sich dabei in den letzten Jahren zu einer attraktiven Finanzierungsalternative entwickelt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Anstatt sich wie beim Kauf langfristig an ein Produkt zu binden, erlaubt Leasing eine Nutzung, die auf den unternehmerischen Planungshorizont abgestimmt ist. Die Unternehmen sind stets mit modernster Informationstechnologie ausgestattet, ohne ihr Eigenkapital angreifen oder einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Nach einer aktuellen Studie von TechConsult wuchs im Jahr 2001 allein das Leasing von Hardware-Komponenten in Deutschland um 22 Prozent auf rund 980 Mill. Euro. Auch der Interessenverband Deutscher Leasing e.V. -Unternehmen (IDL) verzeichnet stetig wachsende Umsätze auf den Gebieten EDV und Büromaschinen: die Erlöse stiegen seit 1996 um rund ein Drittel auf knapp 5 Mrd. Euro im Jahr 2000. Einen großen Teil der Vorfinanzierungen übernehmen die IT-Anbieter selbst. So finanziert der Branchenführer IBM Corp. rund ein Drittel aller Produkte und Dienstleistungen, die der Konzern weltweit verkauft. Die geleasten Vermögenswerte übersteigen dabei 40 Mrd. $.

Da es sich bei den notwendigen IT-Investitionen in der Regel um komplexe Lösungen aus Hardware, Software und Services handelt, geht auch der Trend in der Branche zum Finanzieren kompletter "Pakete": So werden weltweit bereits etwa elf Prozent aller IT-Anschaffungen finanziert, auf Hardware entfallen dabei knapp zwei Drittel, der Anteil der Software- und Servicefinanzierung ist in den letzten Jahren auf 37 Prozent (weltweit 46 Mrd.$) angewachsen - Tendenz weiter steigend.

Beim Softwareleasing handelt es sich überwiegend um Software, für die von den Herstellern eine Einmalgebühr festlegt wird, die über die Vertragslaufzeit in Raten umgelegt wird. Die Laufzeiten für Software-Leasing liegen oftmals bei 36 Monaten, auf Grund der unterschiedlichen Nutzungsdauern sind aber auch längere Laufzeiten sinnvoll: ERP-Installationen können zum Beispiel eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren haben.

Anders sieht es beim Thema Serviceleasing aus: Da der "Wert" von Serviceleistungen kaum im Vorfeld festlegt werden kann, erfolgt die Finanzierung von IT-Services meist im Nachhinein - wenn die Leistung tatsächlich erbracht wurde. Das bedeutet konkret, dass der Finanzdienstleister den Service vorfinanziert, bis eine betriebsbereite Lösung, bzw. Teillösung vorliegt.

Und selbst bei bereits gekauftem IT-Equipment gibt es noch einen Weg zum Leasing: Im Zuge von "sale and lease back"-Angeboten geht das Eigentum bestimmter IT-Produkte durch einen Kaufvertrag an die Leasinggesellschaft über und wird im Rahmen eines Leasingvertrages den Unternehmen wieder zur Verfügung gestellt. Somit erhält das Unternehmen eine größere Summe, die es für andere Investitionen nutzen kann.

Die derzeitige schwache Konjunktur und angespannte Wirtschaftslage wird dem IT-Leasinggeschäft weitere Zuwächse bringen - da es den Unternehmen die Chance gibt, den schwierigen Spagat zwischen "eingefrorenen" IT-Budgets einerseits und steigendem Investitionsbedarf in puncto Informationstechnologie und e-business-Infrastruktur andererseits zu meistern.

Nach einer Untersuchung von Goldman, Sachs & Co. Investment Research geben knapp die Hälfte aller amerikanischen IT-Manager eine drastische Ausgabenkürzung für 2002 an; über 70 Prozent erwarten frühestens Ende des Jahres eine allmähliche Normalisierung bei den IT-Ausgaben, die aber auch dann noch nicht die seit 1992 übliche Budgetsteigerung von zehn bis 13 Prozent pro Jahr erreichen wird.

Leasing bedeutet selbst angesichts knapper Budgets nicht das "Aus" für dringend anstehende IT-Investitionen, die in zunehmendem Maße über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheiden: Es fällt keine hohe Einmalzahlung an, vielmehr verteilt sich die finanzielle Belastung über die gesamte Lebensdauer der jeweiligen Lösung. Nach dem Motto "pay as you earn" wird die erste Rate erst dann fällig, wenn die Lösung dem Kunden nutzbringend zur Verfügung steht.

Dies ist gerade dann von besonderem Vorteil, wenn das neue System anfangs noch keine Kapitalrendite (Return on investment) abwirft. Entscheidendes Plus der Finanzierung: die geleasten Lösungen verhalten sich - im Gegensatz zu gekauften - bilanzneutral. Die Leasingraten werden als Aufwand verbucht, die Eigenmittel geschont und somit der Kreditrahmen bei der Hausbank nicht belastet.

Leasing hat sich daher gerade auch für kleinere und mittlere Unternehmen mit geringer Eigenkapitalbasis zu einem attraktiven Finanzierungsmodell entwickelt. Mit "Basel II", das 2005/2006 in Kraft treten soll, wird sich der Anteil des deutschen Mittelstands am Leasinggeschäft sicher weiter vergrößern.

Im Kern sieht der "Basel II"- Entwurf vor, die Risikoabsicherung der Banken durch eine stärke Differenzierung und marktgerechtere Bewertung bei der Kreditvergabe zu erhöhen - mit einschneidenden Folgen für die Unternehmen: Die Kredithäuser werden künftig ein individuelles Kundenrating aus quantitativen Kriterien wie Bilanzen, Gewinn und Verlust sowie aus qualitativen Kriterien wie Produktpalette oder Management erstellen. Das Ergebnis der Kundenbewertung bestimmt die Höhe des Zinssatzes - was zur Folge hat, dass gerade kleinere und mittlere Unternehmen mit geringen Rücklagen und begrenzter Produktpalette für ihre Kredite mehr bezahlen müssen.

Nach einer Erhebung des Verbandes der Vereine Creditreform e.V. wirft die Novelle "Basel II" bereits jetzt ihre Schatten voraus: So werden derzeit im Handel durchschnittlich knapp zehn Prozent der Kreditanträge auf Grund fehlender oder nur unzureichender Sicherheiten abgelehnt. Auch die Creditreform geht deshalb davon aus, dass alternative Finanzierungsmöglichkeiten im Blick auf "Basel II" weiter an Bedeutung gewinnen werden: Nach einer Umfrage im Handel steht mit weit über 60 Prozent Leasing an der Spitze, andere Finanzierungskonzepte wie etwa Factoring oder Venture Capital spielen eine untergeordnete Rolle. Als klassischer Leasingbereich gilt auch hier vor allem die Informationstechnologie.

Durch IT-Leasing, und dabei in zunehmendem Maße Software- und Serviceleasing, können Unternehmen ihre Wettbewerbschancen sichern. Denn in einem globalen Markt werden nur die Firmen erfolgeich sein, die die besten Produkte oder Dienstleistungen anbieten können - und die Chancen der Technik nutzen, um flexibler, schneller und produktiver zu sein als die Konkurrenz.

_______________

Erwin Jung ist Leiter von IBM Global Financing für Deutschland/Österreich/Schweiz. Weitere Infos zum Thema IT-Finanzierung unter http://www.ibm.com/financing/de

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%