Leasing und -Fuhrparkmanagement mit Zukunft – Prozesse werden digitalisiert
E-Business-Strategien bieten Mehrwert für den Kunden

Dem Thema E-Business kommt in deutschen Unternehmen immer noch eine hohe Bedeutung zu. Prognosen zufolge wird auch im beim Fuhrparkmanagement das Internet zu einem gleichberechtigten Vertriebskanal. Wesentliche Ziele einer Online-Abwicklung sind Effizienzsteigerung und Kostenabbau.

Nach der Siegestrunkenheit der Internet-Startups hat im letzten Jahr der nachfolgende Kater viele einst so euphorisch gestartete Dotcoms schwer erschwischt. Die bange Frage "Was kommt nach dem Hype?" beschäftigt die einst so hoffnungsvollen Jungunternehmen - Reue? Umkehr? Konsolidierung? Die Glorifizierung vergangener Tage der Old Economy? - Keineswegs.

Das Thema E-Business ist in deutschen Unternehmen immer noch von hoher Bedeutung. Thomas Becker, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung des Management Consulting Unternehmens A.T. Kearney, leitet aus einer Anfang des Jahres durchgeführten Studie im Bereich Fuhrparkmanagement ab: "Das Internet wird ein gleichberechtigter Vertriebskanal als ?The new face to the customer'. Zukünftige Lösungen werden die durchgängige online-Geschäftsabwicklung abbilden."

Freilich ist der Markt eng in der schmalen Sparte des gewerblichen Fuhrparkleasings und-managements. Aggressives Marktauftreten und der Kampf um Kunden auf Kosten der Marge bestimmen die Aktivitäten der deutschen Leasinggesellschaften. Argumente wie Kundenservice geraten in die Bedeutungslosigkeit angesichts vehementer Preisdiskussionen.

Doch wer Kunden gewinnen will, muss auch die Perspektive der Kunden einnehmen. Und aus Kundensicht bergen konsequente E-Business-Strategien einen unübersehbaren Mehrwert. Das Leasinggeschäft ist ein Kommunikations- und Dienstleistungsgeschäft. Jeder Geschäftsführer oder Controller weiß um die enormen Prozesskosten, die ein Unternehmen allein in der Kommunikation mit schier unüberwindbaren Schnittstellen intern und extern verursacht.

Gerade große Automobilzulieferer haben den Kostenminimierer E-Procurement für das C-Teile Management für sich entdeckt. Nach Schätzung der Unternehmensberatung AMR Research ließen sich die Kosten für einen durchgängig elektronischen Bestellvorgang um satte 80 % reduzieren. Das größte Einsparpotenzial eröffnet die drastische Senkung der Fehlerrate und der Prozessdurchlaufzeiten konsequenter E-Business-Lösungen.

Was für die Beschaffung in Industrie und Handel gilt, erweist sich erst recht im kommunikationslastigen Dienstleistungssektor als notwendige Entwicklung. Für Leasingdienstleister liegt daher auf der Hand, dass gerade in ihrer Branche das Internet ein unverzichtbares Medium sein wird. Je weniger etwas beim Kauf angefasst werden muss, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kauf online abgewickelt werden kann und in naher Zukunft auch wird. Bestes Beispiel dafür ist das Online-Banking. Die durchgängige Online-Abwicklung im gewerblichen Leasing und Fuhrparkmanagement verfolgt also die wesentlichen Ziele Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung.

Nach Schätzungen der WestLB - Tochter West Invest, die seit rund einem halben Jahr ihren Fuhrpark komplett online least und verwaltet, hat sich der Zeitaufwand um 85 % reduziert. Der Dienstleister für IT-Security secunet Security Networks AG spricht sogar von einer Einsparung von 90 %. Kein Wunder, fallen doch bei der Fahrzeugauswahl, -konfiguration und-bestellung durch den einzelnen Firmenfahrzeugnutzer alle wiederkehrenden Rückfragen weg. Denn eine Online-Plattform beantwortet die Fragen nach den Rahmenbedingungen für den Firmenwagen, wie z.B Marke und Modell, Leasingvertragslaufzeit und maximale Leasingrate.

Innerhalb des im System vorgegebenen Rahmens kalkuliert jeder Fahrer sein Fahrzeug jetzt selbst samt der möglichen Alternativen. Solche Routinetätigkeiten müssen im klassischen Geschäft die Leasinggesellschaften für ihre Kunden erledigen. Mehrfach. Denn kein Fahrzeugnutzer bleibt bei der ersten Wahl seines Firmenfahrzeugs, sondern wird immer mehrere Kalkulationsalternativen fordern. Auf klassischem Wege bedeutet dies eine Unzahl Telefonate, Faxe und Wartezeiten beim Fahrzeugnutzer, dem Fuhrparkmanager, der Leasinggesellschaft und dem Autohändler.

Wird auch der Autohändler in die Online-Plattform eingebunden, lässt sich der Wagen sogar per Mouseklick bestellen. Werden Fahrzeugkonfiguration, -kalkulation und-bestellung online vorgenommen, versteht es sich von selbst, dass auch das Reporting web-basiert erfolgt. Sämtliche Daten, einschließlich Benzinkosten, Wartung, Reparatur und Reifen, sind tagesaktuell und können jederzeit und von jedem Ort aus in das Bestands- und Kostencontrolling einfließen.

Solche Online-Lösungen sind weit entfernt von einer blauäugigen Internet-Euphorie. Zukunftsträchtige E-Business-Strategien bauen auf vorhandene profitable Geschäftsmodelle. Es geht nur um die Digitalisierung der Prozesse, nicht des gesamten Business. Auch eine Gesellschaft mit einer konsequenten E-Leasing-Strategie muss weiterhin die professionelle und engagierte One-on-One-Kommunikation mit ihren Kunden pflegen. Die Basis und die Kraft für die New Economy kann sich nur aus den Kompetenzen der Old-Economy speisen. Auch E-Business ist Business.

Wie im klassischen Geschäft ist das Gebot der Stunde eine professionelle Kundenorientierung. Und dies umfasst weit mehr als nur auf das Web bezogene Informationen. Kundenorientierung im E-Leasing wird seine Trümpfe dort ausspielen, wo verknüpfte Angebote im Cross- Media-Marketingmix einen gemeinsamen Mehrwert schaffen.

Interaktive Websites zur Abwicklung der Geschäftsprozesse bedürfen der Anreicherung durch Value- Added-Services. Erfolgreiche B2B-Lösungen fokussieren nicht nur auf Transaktion, sondern bieten Beratungskompetenz und Community- Elemente. Doch die Energien zur Steigerung des Traffic auf einer Website lediglich durch die Einstellung bunter Bildchen und General- Interest-Inhalte, wie Wetter, Nachrichten und Sport, ist fehlinvestiert.

Special Interest Groups erreicht man nur mit Special Interest Content. Eine progressive E-Leasing-Gesellschaft bietet ihren Kunden künftig Mehrwerte, wie sofort verfügbare Lagerfahrzeuge, die bereits beim Händler bereit stehen, ein Berechnungstool zur Einschätzung von Gehaltsumwandlungen durch den Einsatz eines Firmenwagens, exklusive Events, Online-Fachforen und vieles mehr. Ein unkompliziertes Beratungsangebot via Mouseclick oder auch telefonisch versteht sich dabei von selbst. Denn: Bits und Bytes gewährleisten keine individuelle Beratung. Vor dem Bildschirm sitzen Menschen mit Bedürfnissen, die nur im Gespräch zufrieden gestellt werden können.

Die wichtigen Botschaften zur Kundenbindung zwischen den Zeilen erreichen den Adressaten letztlich auch nur im persönlichen Kontakt. Und das besonders bei einem komplexen Thema wie dem strategisch anspruchsvollen Fuhrparkmanagement. Die Digitalisierung des Beratungsprozesses kann nur die Kontaktaufnahme beschleunigen.

Die Verlagerung von Geschäftsprozessen ins Internet führt bei einer Leasinggesellschaft unweigerlich zu einer Verschiebung der Tätigkeitsfelder der Mitarbeiter. Routineaufgaben werden durch hochwertige Beratungstätigkeiten ersetzt. Mehrfache Fahrzeugkalkulationen oder Nachforschungen über den Lieferstatus verwandeln sich in qualifizierte Beratungsleistungen zur Optimierung des Prozess- und Fuhrparkmanagements. Strategische Überlegungen, z.B, zur wirtschaftlicheren Gestaltung der Car Policy oder zu Modalitäten der Fahrerzuzahlung legen den Fokus auf die tatsächlichen Management-Aufgaben der Fuhrparkverantwortlichen.

E-Business-Strategien im gewerblichen Fuhrparkleasing und-management haben Zukunft. Sie müssen allerdings auf konkretem Kundennutzen und einem profitablen klassischen Geschäft fußen. Die Verschlankung aller Prozesse rund um das Kerngeschäft steht dabei im Fokus, angereichert durch eindeutig zielgruppenspezifische Value-Added-Services.

Auf Anbieterseite ist somit ein Höchstmaß an Flexibilität gefordert. Der Beobachtung des Nutzerverhaltens auf der Website müssen ständige und rasche Veränderungen im Online-Angebot folgen. Jetzt hat die Leasingbranche die Chance, aus den Unruhen der Dotcom-Pubertät zu lernen und mit erwachsenen Lösungen den Markt zu bereichern.

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Hans Blink, Geschäftsführer Autop Deutschland GmbH & Co KG, Meerbusch.

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