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Leasingbranche: "Das werden nicht alle überleben"

Die geplante Steuer auf Leasingraten wird die Investitionsbereitschaft der deutschen Industrie nach Ansicht der Branche noch weiter bremsen.

HB/dpa MÜNCHEN. "Tausende Unternehmen werden sich dann erst recht keine neuen Autos, Maschinen oder Computer mehr leisten können", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher-Leasing- Unternehmen, Horst-Günther Schulz, in München. Gerade in der wirtschaftlichen Krise sei das Mieten von Betriebsausrüstung für viele Firmen die einzige Chance, notwendige Anschaffungen zu realisieren.

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen laut Schulz künftig 25 Prozent der gezahlten Leasingraten beim Leasingnehmer mit Gewerbesteuer belastet werden. Für jeden Unternehmer, der ein Auto oder einen anderen Betriebsgegenstand geleast hat, würden sich die Kosten dadurch erhöhen. Insgesamt kämen damit nach Worten von Schulz Mehrbelastungen in Höhe von einer Milliarde Euro auf die Unternehmen zu. "Die Firmen werden sich gut überlegen, ob sie dann überhaupt noch investieren können." Durch diese Zurückhaltung der Unternehmen befürchtet Schulz einen weiteren Dämpfer für die deutsche Konjunktur.

Auch die Leasingbranche mit ihren rund 10 000 Beschäftigten werde die Auswirkungen zu spüren bekommen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Industriezweigen sei die Branche auch in der Konjunkturflaute noch gewachsen. "Hier geht die Bundesregierung mit der Motorsäge an einen der letzten stabilen Bäume der Volkswirtschaft", sagte Schulz. Im vergangenen Jahr hätten die Firmen rund 50 Milliarden Euro investiert, fast die gesamte Summe im Inland. Gerade kleinere Leasinganbieter könnten die Auswirkungen der Leasingsteuer in den Ruin treiben. "Das werden nicht alle überleben."

Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen vertritt nach eigenen Angaben rund 95 Prozent der Branche in Deutschland.

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