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Leasingmarkt 2003: Trotz Steuerdiskussion noch stabil

Das Leasing-Neugeschäft des Jahres 2003 wird erstmals seit 1994 das Volumen des Vorjahres ...

Das Leasing-Neugeschäft des Jahres 2003 wird erstmals seit 1994 das Volumen des Vorjahres verfehlen. Mit rund 46 Mrd. Euro wird es 2% unter dem Ergebnis des Jahres 2002 liegen. Die gesamtwirtschaftlichen Investitionen (ohne Wohnungsbau) werden 2003 ebenfalls gegenüber dem Vorjahr um 2,1% schrumpfen (Erwartungen der Gemeinschaftsdiagnose). Nachdem das statistische Bundesamt am 20. 11. 2003 jedoch einen verstärkten Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen im 3. Quartal von fast 5% bekannt gab, muss die Gemeinschaftsdiagnose nach unten korrigiert werden. Angesichts dieses Umfelds hat sich Leasing gut behauptet, die Leasingquote dürfte voraussichtlich im Jahre 2003 erneut steigen, auf über 18%.
Die Gesellschaften im Mobilien-Leasing werden 2003 ein Neugeschäftsvolumen von ca. 38 Mrd. Euro und damit etwa 0,5 Mrd. Euro (1,3 %) weniger als im Vorjahr abschließen. Damit schwächt sich die im Vorjahr beobachtete negative Entwicklung bereits wieder ab. Dies ist angesichts der zahlreichen Verunsicherungen der Investoren erstaunlich und ein Zeichen für die hohe Attraktivität der Dienstleistung Leasing. Diese Einschätzung hatte auch bereits eine repräsentative Befragung von Unternehmen der unterschiedlichsten Größen bestätigt. Danach rangiert Leasing mit deutlichem Abstand vor Kredit auf Rang 1 bei der Frage nach der bevorzugten Investitionsform. Dies hat dazu geführt, dass inzwischen etwa 50 % aller außenfinanzierten Ausrüstungsinvestitionen im verarbeitenden Gewerbe über Leasing durchgeführt werden. Im Immobilien-Leasing kann nach dem starken Wachstum des Vorjahres (+20 %) das Vorjahresniveau mit einem Neugeschäftsvolumen von 8,5 Mrd. Euro ebenfalls nicht ganz gehalten werden (-4,9 %).
Innerhalb der Leasing-Branche ist es nur zu unbedeutenden Veränderungen bei der Anbieterstruktur gekommen. Dies betrifft die vergleichsweise stabile Relation zwischen den Volumenanteilen der Hersteller-Leasing-Gesellschaften und der unabhängigen sowie bankennahen Gesellschaften. Im bedeutenden Fahrzeuggeschäft konnten die Herstellergesellschaften ihre Position allerdings ausbauen. Dabei spielt eine Rolle, dass die anderen Gesellschaften mit ihrem hohen Flottenanteil in besonderem Maße durch die Diskussion über die Dienstwagensteuer bis Mitte des Jahres betroffen waren und die seinerzeitigen Einbußen nicht mehr ausgleichen konnten.
Das Leasing-Investitionsvolumen des Jahres 2003 entfällt zu 82% auf Mobilien- und zu 18 % auf Immobilien. Bei den Leasing-Objekten entfällt der größte Teil der Leasing- Investitionen bei den Mobilien weiter auf den Bereich der Straßenfahrzeuge (50%). Eine kontinuierlich positive Entwicklung zeigt sich bei den Maschinen für die Produktion. Hier hat der Anteil am gesamten Leasing-Kuchen in den letzten Jahren stetig zugenommen (+18 % in den letzten zwei Jahren). Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Produktgruppe in kurzer Frist Platz 2 unter den beliebtesten Leasing-Gütern einnehmen und die Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik auf Rang 3 verweisen wird.
Die rezessive Investitionsentwicklung in Deutschland hält an. Der Abwärtstrend der Investitionen ist noch nicht überwunden, hatte sich aber reduziert. Das statistische Bundesamt hat jüngst seine Zahlen für das 3. Quartal jedoch nach unten korrigieren müssen. Dabei hatte sich das Geschäftsklima Leasing per 30.9. tendenziell nach oben verbessert und damit einen Anstieg der Investitionen signalisiert. Dies war allerdings noch vor dem überraschenden Fraktionskompromiss von Rot/Grün zur Gewerbesteuer. Der Geschäftsklimaindikator, der zusammen vom BDL und dem ifo-Institut ermittelt wird, korreliert sehr eng mit der allgemeinen Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen. Die Leasing-Gesellschaften vermieten alle Arten von Investitionsgütern an alle Sektoren der Wirtschaft.
Die Leasing-Quote für Mobilien hat mit ca. 22% einen beträchtlichen Anteil an den Ausrüstungsinvestitionen erreicht. Leasing-Gesellschaften sind deshalb als Investitionsspezialisten sehr gut in der Lage, die Entwicklung der von ihnen betreuten Märkte ein- und über einen Zeitraum von 6 Monaten auch vorauszuschätzen. Bei den Investitionen zeigt sich derzeit leider eine Stabilisierung des negativen Trends auf einem aktuellen Niveau von etwa-5%. Die Einführung der aktuell im Vermittlungsausschuss diskutierten Leasing-Steuer würde den Rückgang dramatisch verschärfen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 27.11.2003

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