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Leben für Eintracht - Der „treue Charly“ Körbel wird 50

Einmal Eintracht, immer Eintracht - diese Losung bestimmt das Leben von Karl-Heinz Körbel, der am 1. Dezember seinen 50. Geburtstag feiert. Natürlich im Kreise seines Vereins mit dem Vorstand um Heribert Bruchhagen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Einmal Eintracht, immer Eintracht - diese Losung bestimmt das Leben von Karl-Heinz Körbel, der am 1. Dezember seinen 50. Geburtstag feiert. Natürlich im Kreise seines Vereins mit dem Vorstand um Heribert Bruchhagen.

Und mit seinen ehemaligen Mannschaftskollegen wie den Weltmeistern Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein. "Solch einen großen Bahnhof wollte ich gar nicht, aber es muss wohl sein", sagt der stets bescheidene Körbel zum Empfang in einem Hotel im Frankfurter Stadtteil Höchst und fügt sich dem Unvermeidlichen.

Zurückhaltend muss der aus Dossenheim bei Heidelberg stammende Körbel gar nicht sein. Mit seinen 602 Spielen in der Fußball-Bundesliga setzte der Rekordspieler in 19 Profi-Jahren eine Marke, die nur schwer erreichbar sein wird wie seine Vereinstreue. Denn alle Erstliga-Begegnungen zwischen Oktober 1972 und Mai 1991 und dazu noch 69 Spiele im DFB-Pokal und 48 Europapokal-Partien bestritt er für Eintracht Frankfurt. Loyalität und Bodenständigkeit machten ihn bei den Fans zum "treuen Charly". "Der Verein hat den größten Teil meines beruflichen Werdegangs geprägt, mein Leben mitbestimmt."

Die "jungen Wilden" der aktuellen Frankfurter Zweitliga-Truppe sehen in ihm ein Idol, ein Vorbild. "Die können gar nicht glauben, dass es wirklich 602 Spiele waren. Die rechnen immer, wie lange sie dafür durchspielen müssten", schmunzelt Körbel, dem der Titel "Rekordspieler" erst bei der Ehrung anlässlich der Bundesliga-Gala der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im vergangenen Jahr so richtig bewusst wurde.

Vier DFB-Pokalsiege (1974, 1975, 1981, 1988), ein Uefa-Cup-Erfolg (1980), aber keine Meisterschaft und nur sechs Länderspiele - das sind die nackten Daten aus 19 Profijahren. "Die Eintracht ist vom Pech begünstigt", formulierte Körbel einst. In Erinnerung bleibt der stets faire Kämpfer, der für seinen Club die letzten Reserven mobilisierte. Die Treue hielt er seinen Frankfurtern auch nach dem Abschied vom Rasen. Gleich zwei Mal wurde er vom Co- zum Cheftrainer befördert. Erst 1994, als er Klaus Toppmöller beerbte, dann noch einmal 1995 als Nachfolger von Jupp Heynckes. Den ersten Sturz in die Zweitklassigkeit 1996 konnte aber auch er nicht aufhalten.

"Die hatten nur das Kicker-Sonderheft", staunte Körbel, als er 2001 nach Trainerstationen in Lübeck und Zwickau als "Scout" zur Eintracht zurückkehrte. Drei Jahre später hat der Vorstandsberater ein dichtes Sichtungsnetz gespannt und mit der Fußballschule einen Gewinn bringenden Geschäftsbereich der Eintracht Frankfurt Fußball AG aufgebaut. "Das macht mich stolz", sagt Körbel, der sich eine Rückkehr als Trainer im Profi-Bereich nicht vorstellen kann. "Ich habe mein ideales Aufgabengebiet bei der Eintracht gefunden. Ich trainiere den Nachwuchs, und das macht mich glücklich."

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