Lebensmittel-Lieferer beantragt Gläubigerschutz: Kmart stellt Dienste ein

Lebensmittel-Lieferer beantragt Gläubigerschutz
Kmart stellt Dienste ein

Der US-Einzelhändler Kmart hat nach einem schwierigen Weihnachtsgeschäft und Problemen mit den Zulieferern Gläubigerschutz beantragt.

kk NEW YORK. Der Vorstand hat nach Angaben den Antrag auf Gläubigerschutz abgesegnet, nachdem Versuche, Finanzspritzen von außen zu bekommen, gescheitert waren. Zuvor hatten verschiedene Kreditrating-Agenturen das Unternehmen herabgestuft.

Kmart blieb keine andere Möglichkeit, nachdem es nicht mehr genug Cash hatte, um seine Zulieferer zu bezahlen. Am Montag hatte der Lebensmittellieferant Fleming seine Lieferungen eingestellt, nachdem die wöchentlichen Zahlungen von Kmart ausgeblieben waren. Fleming ist der einzige Lebensmittelzulieferer von Kmart, und der Einzelhändler macht ein Viertel des Fleming-Umsatzes aus.

Der Einzelhändler mit Sitz in Troy im Bundesstaat Michigan, hatte in jüngster Zeit vor allem unter der Konkurrenz der gut organisierten und für ihren Service bekannten Wal-Mart-Läden zu leiden: Im Dezember gingen die Umsätze in Kmart-Läden, die länger als ein Jahr geöffnet waren, um 1% zurück, während sie in den vergleichbaren Wal-Mart-Geschäften um 8% stiegen.

Doch das Tempo, mit dem der Einzelhändler in seine Krise geraten ist, war überraschend. Dazu trug auch bei, dass die Anleihen, mit denen sich Kmart absichern wollte, wegen der Rezession deutlich an Wert verloren haben.

Kmart wäre mit seinen 2100 Läden und einem Gesamtumsatz von 37 Mrd.$ der größte amerikanische Einzelhändler, der je Gläubigerschutz unter Chapter 11, beantragt hat. Die Chapter 11 Regelung gibt Unternehmen Zeit, sich neu zu organisieren. Kmart wird den Schutz voraussichtlich nutzen, um schlecht laufende Läden zu schließen und seine Schulden in Höhe von 4,7 Mrd.$ umzuschiften. Außerdem gibt die Regelung den Zulieferern Anreize, auch nach dem Antrag weiter zu liefern, da sie damit ganz oben auf die Liste der Gläubiger rücken.

Kmart soll unter Chapter 11 insgesamt 2 Mrd.$ Finanzierung erhalten, seine Beziehungen mit den Zulieferern normal weiterführen und 350 Läden schließen. Das unternehmen will damit 500 Mill.$ im Jahr sparen und so im Jahr 2003 wieder aus dem Gläubigerschutz herauskommen.

Die Schwierigkeiten von Kmart werden sich auch auf andere US-Unternehmen auswirken. "Große US-Hersteller von Konsumgütern werden es spüren, wenn Kmart seine Läden schließt", kommentiert Connie Maneathy von Prudential Securities die Entwicklungen.

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