Lebensmittelkonzern kauft Mineralwassergeschäft von Hutchison: Nestlé setzt auf zunehmenden Wasserdurst

Lebensmittelkonzern kauft Mineralwassergeschäft von Hutchison
Nestlé setzt auf zunehmenden Wasserdurst

Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa verkauft sein europäisches Mineralwassergeschäft für 560 Millionen Euro an Nestlé. Wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten, übernimmt der Schweizer Konzern die Hutchinson-Tochter Powwow.

olm HONGKONG. Powwow beliefert seit 1998 in sieben europäischen Ländern Geschäfts- und Privatkunden mit Wasser in Fünf-Gallonen-Behältern - fünf Gallonen sind rund 19 Liter. Die Tochter der Hutchison-Einzelhandelssparte A.S. Watson ist unter anderem in Deutschland, Frankreich und Großbritannien tätig und erwirtschaftete 2002 mit 1 500 Mitarbeitern 120 Mill. Euro Umsatz.

Die Akquisition festigt Nestlés führende Stellung im europäischen Mineralwassermarkt. In dem ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt unter anderem mit den Marken Perrier, San Pellegrino und Vittel präsent. Die Tochter Nestlé Waters ist in das Geschäft mit der direkten Belieferung von Büro- und Privatkunden mit großen Trinkwasserbehältern vor zwei Jahren eingestiegen und sieht darin erhebliches Wachstumspotenzial. In den USA entfallen auf das Segment bereits 40 % des gesamten Mineralwasserumsatzes. In Europa sind es gerade einmal 3 %. Hier erwartet Nestlé Zuwachsraten von 15 % bis 20 %.

"Der Markt wird sich in fünf Jahren verdoppeln", sagt Nestlé-Waters-Chef Frits von Dijk. Er bezeichnet den Zukauf als Eckstein für den Aufbau eines europaweiten Vertriebsnetzes und sieht "großartige Synergien" mit Powwow in den Ländern, wo sein Unternehmen bereits präsent ist. Nestlé Waters kam 2001 auf einen Umsatz von 5 Mrd. Euro und ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Mineralwasser. Hutchison ist der größte Hafenbetreiber der Welt und darüber hinaus in den Sparten Einzelhandel, Telekommunikation und Immobilien aktiv. Der Verkauf von Powwow betrifft das asiatische Getränkegeschäft des Konzerns nicht. Hutchison will sich künftig auf das europäische Drogeriemarkt-Geschäft konzentrieren. Dieses hatte der Konzern im Vorjahr durch den 1,3 Mrd. Euro teuren Kauf der Kruidvat-Gruppe mit Sitz in den Niederlanden gestärkt.

Analysten bezeichnen den Preis für Powwow als attraktiv für Hutchison. Sie glauben, dass der Reingewinn von 230 Mill. Euro den Hongkongern beim Begleichen ihrer 20 Mrd. $ Schulden und der Finanzierung der massiven Anlaufkosten ihres UMTS-Dienstes in Europa helfen soll.

Hutchison wollte ursprünglich Ende 2002 in Großbritannien das erste europäische Netz für schnelle mobile Datenübertragung starten; technische Probleme zwangen aber zur Verschiebung auf Ende März. Der asiatische Konzern investiert insgesamt rund 17 Mrd. $ in den europäischen UMTS-Markt und baut Netze unter anderem in Italien, Schweden und Österreich.

Quelle: Handelsblatt

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