Lebensversicherer betroffen
Versicherungs-Aktien: Opfer der Aktien-Märkte

Die Aktien der Allianz und der Münchener Rück haben am Montag Kursverluste von zeitweise mehr als sechs Prozent verbucht und gehörten damit zu den größten Verlierern im Deutschen Aktienindex (Dax).

Reuters MÜNCHEN. Die Versicherer seien ein Opfer der insgesamt schwachen Aktienmärkte, begründeten Händler und Analysten die Entwicklung. Mit dem Kursverfall sinke der Wert der Kapitalanlagen der Lebensversicherer, die daher ihre Reserven angehen müssten, um zum Beispiel ihren Kunden Versicherungssummen und Renditen zu zahlen. "Die Geschäftsaussichten der Lebensversicherer beeinträchtigt das nicht", erläuterte Ralf Dibbern, Versicherungsanalyst bei M.M. Warburg. Für die Altersvorsorge spiele die Lebensversicherung immer noch eine große Rolle.

Am frühen Montagabend notierten die Aktien der Allianz mit über sechs Prozent im Minus bei 172,98 ?, Münchener Rück fielen 5,8 % auf 210 ?. Seit Jahresbeginn haben die Allianz-Aktien rund 35 %, die Münchener-Rück-Titel sogar 45 % ihres Wertes verloren. Kursverluste verbuchten aber auch die europäischen Wettbewerber. Der Stoxx-Index der europäischen Versicherungswerte verlor ebenfalls rund sechs Prozent und rutschte zeitweise unter die 200-Punkte-Marke.

Das "Handelsblatt" berichtete unterdessen, die deutschen Lebensversicherer dächten angesichts des Kursverfalls bereits über Auffanglösungen nach, wie sie Gesellschaften, die ihren Kunden den Garantiezins von 3,25 % nicht bezahlen könnten, unter die Arme greifen könnten. Dabei favorisierten sie eine Pool-Lösung, bei der die Mitglieder solche Ausfälle vorübergehend aus ihren freien Mitteln finanzieren würden, hieß es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf Branchenkreise. Denn wenn ein Anbieter die Garantien nicht einhalten könnte, wäre das ein enormer Imageschaden für das Produkt Lebensversicherung.

"Die Gründung eines Pools wäre sicher eine schlechte Nachricht", hieß es dazu in einem Kommentar von Sal.-Oppenheim-Analyst Michael Haid. "Das würde wahrscheinlich die Industrie subventionieren und das ist kaum eine gute Nachricht für die Aktionäre von Münchener Rück und Allianz." Haid bewertet beide Titel mit "Neutral".

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