Lebensversicherer: Senkung der Verzinsung notwendig
Swiss Life wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Schweizer Rentenanstalt hat heute bestätigt, dass sie ihren Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann.

Reuters ZÜRICH. Gleichzeitig verteidigte Konzernchef Roland Chlapowski die von der Schweizer Regierung angekündigte Senkung der Mindestverzinsung der Guthaben der zweiten Säule der Altersvorsorge (BVG) als betriebswirtschaftlich notwendig.

Der grösste Lebensversicherer des Landes legte in diesem Zusammenhang dar, wie er seit 1985 die Erträge aus dem Geschäft mit der kollektiven beruflichen Vorsorge (BVG) verwendet hat. Swiss Life bekräftigte damit ihre Position in der laufenden politische Diskussion um die geplante Senkung der BVG-Mindestverzinsung auf drei Prozent von bisher vier.

Seit der entsprechenden Ankündigung des Bundesrats, in dessen Kompetenz die Festlegung der Höhe der Mindestverzinsung fällt, Anfang Juli, steht vor allem Rentenanstalt öffentlich am Pranger; unter anderem wurden ihr "Rentenklau" und "Lobbying" vorgeworfen.

Laut den Angaben von Swiss Life wurden in den Jahren 1985 bis 2001 mehr als 95 % der Erträge aus dem Kollektiv-Geschäft an die Kunden ausgeschüttet. 21 Mrd. sfr von den erwirtschafteten 22,9 Mrd. flossen als Gutschriften zurück, hiess es. Es gebe keine "versteckten Milliarden", sagte Swiss Life-Konzernchef Roland Chlapowski und trat damit Vorwürfen entgegen, dass etwa eine rasche und teure Expansion in den vergangenen Jahren Mittel aufgezehrt habe, die nun beim BVG-Geschäft fehlten.

Doch hätten sich die Rahmenbedingungen, vor allem die Situation an den Finanzmärkten derart verschlechtert, dass die garantierten vier Prozent Mindestverzinsung nicht mehr zu erwirtschaften seien.

"Die garantierte Rendite muss sich am risikofreien Zins orientieren," sagte Ruedi Bodenmann, Leiter des Bereichs Risk Management. Diese liege heute bei 2,9 % oder tiefer. Die Bewertungsreserven der Rentenanstalt, die notwendig seien, um die Volatilität der Finanzmärkte aufzunehmen, hätten sich per Ende 2001 auf nur noch 1,9 Mrd. sfr von 5,5 Mrd. im Jahr davor verringert, wies Bodenmann auf die Notwenigkeit zu verstärkt risikolosen Anlagen hin.

Der Bundesrat will im Herbst endgültig über die Höhe der Mindestverzinsung entscheiden, die dann per 1. Oktober gelten soll. Zudem soll ein Mechanismus zur künftig flexiblen Anpassung des Satzes gefunden werden.

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