Lediglich 5,1 Millionen Verträge abgeschlossen
Riester-Rente wartet auf Durchbruch

Ein Jahr nach dem Start der Riester-Rente liegt die Zahl der Abschlüsse deutlich unter den Erwartungen. 5,1 Millionen Verträge seien bis Ende Dezember für die zusätzliche Altersabsicherung abgeschlossen worden, teilte das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) am Donnerstag in Berlin mit.

HB/dpa BERLIN. Bei rund 30 Millionen Förderfähigen sei das Resultat enttäuschend, sagte DIA- Sprecher Bernd Katzenstein. Auch die Bundesregierung hatte ursprünglich mit weitaus mehr Abschlüssen gerechnet. 3,1 Millionen Verträge sind laut DIA-Rentenbarometer privat, 2 Millionen betrieblich abgeschlossen worden. Dabei befinde sich die betriebliche Altersvorsorge gegenüber der privaten Vorsorge im Aufwind. Ihr Anteil sei von Oktober bis Januar um 17 Punkte auf 40 Prozent gestiegen. Nach einer repräsentativen DIA-Umfrage will jeder dritte Deutsche sich auch künftig nicht über die Riester-Rente informieren. Vom 14. bis zum 22. Januar waren dafür 1000 Bundesbürger im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt worden.

Von den insgesamt 5,1 Millionen Verträgen entfallen dem Rentenbarometer zufolge rund 3,1 Millionen auf private Verträge und 2,0 Millionen auf betriebliche Abschlüsse. Damit konnte insbesondere die betriebliche Altersvorsorge zulegen. Während im Oktober nur 23 Prozent der Befragten eine Altersvorsorge über ihren Arbeitgeber abgeschlossen hatten, waren es im Januar 2003 bereits 40 Prozent. Entsprechend verringerte sich der Anteil der privaten Verträge von 77 Prozent im Oktober auf 60 Prozent im Januar. Insgesamt sei jedoch die Bereitschaft, selbst für die Rente zu sorgen, bei vielen noch zu gering, sagte Katzenstein. So sei die Zahl der Menschen, die sich auch künftig nicht um eine private Altersvorsorge kümmern wollen, mit 68 Prozent weit höher als erwartet. Trotz Jahreswechsels und Verlust der staatlichen Förderung für 2002 hätten sich zudem nur 48 Prozent der Befragten noch immer nicht über die Riester-Rente informiert.

Grund für diese Entwicklung sei vor allem das fehlende Vertrauen in die privaten Renten-Modelle, sagte Katzenstein. Die Deutschen seien noch nicht bereit zu akzeptieren, dass der Staat die Altersvorsorge nicht mehr garantieren könne. Zudem habe die CDU durch ihren Aufruf zum Boykott der Riester-Rente viel zur Verunsicherung der Menschen beigetragen. Katzenstein forderte die Politik deshalb auf, die private Altersvorsorge stärker zu fördern. "Die private Altersvorsorge muss deutlich verbessert und vereinfacht werden, damit sie noch ein Erfolg werden kann."

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