Lediglich gute US-Vorgaben ziehen Werte nach oben
Kaum närrisches Treiben am Neuen Markt

Während anderswo am Rosenmontag ausgelassene Stimmung herrschte, sorgten am Neuen Markt nur die Zuwächse jenseits des großen Teichs für Aufheiterung. Eigene Impulse fehlten fast komplett. Am Ende legte der Nemax 2,8 Prozent auf 1 057 Punkte zu. Der Nemax 50 gewann 3,7 Prozent auf 1 091 Punkte.

FRANKFURT/M. Närrisch war das Treiben der Börsianer am Dienstag keineswegs, auch wenn sich hinter dem unerwarteten Kursanstieg von zeitweise 3 % im Nemax so etwas vermuten ließe. Allerdings sind die Jecken am Main weitaus weniger verbreitet als am Rhein, was viele in Frankfurt als Standortvorteil empfinden. Eher handelte es sich beim vormittäglichen Kursplus um ein plumpes Hinterherrennen hinter dem Nasdaq-Schlussspurt vom Freitag. Das hatte dann auch die Dimension, als wäre ein Witz, der bereits am vergangenen Freitag für Stimmung sorgte, am Montag noch einmal erzählt worden. Entsprechend niedrig war der Unterhaltungswert.

Als am Nachmittag die Nasdaq ihren Aufwärtstrend fortsetzte, konnte auch der Neue Markt seine Zuwächse stabilisieren. Aus eigener Kraft tat er allerdings sehr wenig dafür. Für Spekulationen sorgte lediglich die Diskussion um potenzielle Auf- und Abstiegskandidaten in den Nemax 50. Am kommenden Mittwoch wird der Arbeitskreis Indizes über die Neubesetzung zum 18. März entscheiden. Als heiße Aufstiegs-Kandidaten gelten FJA, Nordex und Funkwerk, während Carrier 1, Primacom und Heyde wenig Chancen auf einen Verbleib zugebilligt werden. Unter den potenziellen Aufsteigern herrschte kaum Bewegung, bei den Abstiegskandidaten setzte hingegen Carrier 1 seinen Abwärtstrend fort. Um 13 % auf 0,40 Euro verlor die Aktie des finanzschwachen luxemburgischen Telekom-Dienstleisters. Aufwärts ging es hingegen bei Primacom (+ 3,9 %) und Heyde (+3,9 %). Beide Papiere hatten allerdings zuletzt heftige Abschläge hinnehmen müssen.

Kräftig nach unten war es in letzten Vierteljahr auch mit der Energiekontor -Aktie gegangen. Etwa 55 % verlor sie in dieser Zeit. Der Bremer Windkraft-Projektierer kämpft seither gegen negative Medienberichte über unzufriedene Investoren. Das Unternehmen räumt ein, dass es sich mit den Investoren, die höhere Renditeerwartungen an drei Windkraftprojekte geknüpft hatten, einigen muss. Statt auf das leidige Thema verweist Energiekontor lieber auf mehrere Rahmenverträge mit Windkraftbetreibern, die vor dem Abschluss stünden. Frischer Wind für die Aktie: Der Kurs stieg um 13,6 % auf 8,01 Euro.

Närrisch bestenfalls die Entwicklung von Neue Sentimental Film . Die Aktie gewann lange Zeit, verlor am Ende aber 1,9 % auf 2,60 Euro. Die Zahlen für 2001 stellten alles andere als einen Kaufanreiz darstellten. Mit 34,4 Mill. Euro wurde nicht einmal das im August von 70 auf 37 Mill. Euro reduzierte Umsatzziel erreicht. Und statt eines leichten Verlustes stehen die Werbefilmer nun mit 9,5 Mill. Euro im Minus. Für einen Kaufanreiz könnte gesorgt haben, dass mit Klaus Niemeyer im März ein neuer Finanzvorstand seinen Job antritt, der die Chance hat, mal wieder alles besser zu machen.

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