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Leer gefegter Arbeitsmarkt im IT-Bereich gefährdet Wachstum in Europa.

Nach den Ergebnissen der Eito-Studie wird sich die momentan bestehende Lücke von 1,9 Millionen Fachkräften in den Bereichen Informationstechnik und E-Business bis zum Jahr 2003 auf dann 3,8 Millionen Fachkräfte vergrößern.

ruk HB MÜNCHEN. Im Vorfeld der heute in München beginnenden Fachmesse "Systems 2000" appelliert Bernhard Rohleder, der Sprecher des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), an die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik, rasch den Fachkräftemangel in der IT-Branche zu beheben.

Zu diesem Thema führt die European Information Technology Observatory (Eito) derzeit eine Untersuchung durch. In einem ersten Ergebnis, so Rohleder, zeigt sich, dass der Arbeitsmarkt für Spezialisten der Informationstechnik (IT) und E-Business in Europa von heute 14,5 Millionen bis zum Jahr 2003 auf 22 Millionen Beschäftigte wachsen wird. Doch bereits heute können 13 % der Stellen nicht besetzt werden. Wenn nichts geschehe, so Rohleder, gebe es in drei Jahren für 18 % der Stellen keine ausreichend qualifizierten Bewerber. Nach den Ergebnissen der Eito-Studie wird sich die momentan bestehende Lücke von 1,9 Millionen Fachkräften in den Bereichen Informationstechnik und E-Business bis zum Jahr 2003 auf dann 3,8 Millionen Fachkräfte vergrößern. Dabei wird nach Ansicht von Rohleder dieses Phänomen unterschätzt. Angesicht dieser Zahlen laufe Europa Gefahr, im Jahr 2003 ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 3 % zu verschenken, weil Spezialisten fehlen, um neue Wirtschaftpotenziale auszuschöpfen.

Weltweit entstehen nach Angaben des Bitkom-Sprechers in der ITK-Branche (Informationstechnik und Telekommunikation) derzeit 600 000 Arbeitsplätze pro Jahr. Angesichts des globalen Arbeitskräftemangels sei es daher die Aufgabe von Politik und Wirtschaft, möglichst viele dieser Arbeitsplätze nach Deutschland zu holen. Seit dem Start der so genannten Greencard-Aktion im August sind bei geringem Interesse nur 2 400 Arbeitsgenehmigungen erteilt worden. Bis zum Jahresende sollen es 5 000 sein und insgesamt 20 000. Schon vor einigen Jahren sei ein globaler Wettbewerb um die besten Köpfe entbrannt, den Deutschland zu verlieren drohe, falls sich an den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nichts ändere. Nach Angaben von Rohleder verliert Deutschland in einem "brain drain" sogar eigene Fachkräfte an das Ausland, vor allem an die USA. Der Wanderungssaldo für Spezialisten sei, so Rohleder, in Deutschland negativ.

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