Leerstände seit Jahresbeginn vergrößert
IVG spürt trotz Rekordergebnis Konjunkturflaute

Die IVG Immobilien AG erwartet dank eines deutlichen Gewinnanstiegs in den ersten neun Monaten 2002 ein über dem Vorjahr liegendes Jahresergebnis, wagt aber angesichts der konjunkturellen Unsicherheit keine konkrete Prognose für das kommende Jahr.

Reuters DÜSSELDORF. Die Leerstände der IVG-Immobilien in den wichtigsten Standorten hätten sich seit Jahresbeginn vergrößert, sagte Vorstandschef Eckhard John von Freyend am Mittwoch in Düsseldorf. Vor allem in Frankfurt zeige der Trend deutlich nach unten. IVG liege dank seiner strategischen Konzentration auf Büroimmobilien und Business-Parks zwar noch besser als der Markt. Längerfristig sei aber absehbar, dass der Deutschland-Anteil am Geschäft von aktuell 50 Prozent auf rund ein Drittel schrumpfen werde. IVG ist neben dem Kauf und Verkauf von Immobilien vor allem im Immobilien-Projektgeschäft engagiert.

Optimistisch zeigte sich von Freyend über den Gang der Verhandlungen für den Bau des Berliner Großflughafens Schönefeld. Voraussichtlich im nächsten Frühjahr werde das von IVG und Hochtief geführte Konsortium mit dem Bund, dem Land Brandenburg und der Stadt Berlin den Vertrag über den Bau unter Dach und Fach bringen. Bei Unterzeichnung eines Eckpunktepapierts Ende August war noch der November als Termin für die Vertragsunterzeichnung anvisiert worden.

Sollte die Berliner Bankgesellschaft als Partner im Konsortium aussteigen - wie dies seit Monaten im Umfeld der angeschlagenen Bank spekuliert wird - sei es wahrscheinlicher, dass ein neuer Partner von außen käme, als dass die bestehenden Konsorten ihre Beteiligungen aufstockten, sagte von Freyend. Es gebe zahlreiche in- und ausländischer Interessenten für den zehnprozentigen Anteil der Bank.

In den ersten neun Monaten stieg das operative Ergebnis um 54,1 Prozent auf 70,9 Millionen Euro und der Überschuss ebenfalls um rund die Hälfte auf 51,5 Millionen Euro. Vorstandschef von Freyend begründete den Gewinnsprung vor allem mit dem im dritten Quartal abgerechneten Verkauf eines großen Bürokomplexes in der Londoner Innenstadt an die Lloyds Bank. Dank des gestiegenen Zwischenergebnisses werde auch das Jahresergebnis 2002 über dem Vorjahr liegen.

Der IVG-Chef ließ aber offen, ob der erwartete Zuwachs eine höhere Dividende rechtfertige. Für 2003 wollte er auf der Pressekonferenz keine konkreten Unternehmensziele formulieren. Man habe zwar eine Reihe von Projekten "in der Pipeline", ein Verkauf in der Größenordnung des an Lloyds Bank verkauften "Gresham Street"-Projekts sei aber nicht darunter.

Angesichts der Kürzungspläne der Regierung, dem bereits beschlossenen Wegfall von Abschreibungsmöglichkeiten und einer insgesamt schwachen Konjunktur befürchtet von Freyend eine massive Verlagerung von Investitionen ins Ausland. Einer IVG-Studie zufolge rangierte Deutschland im ersten Halbjahr 2002 bei den Immobilieninvestitionen im europäischen Vergleich nur auf Platz neun.

Die im MDax gelistete IVG-Aktie notierte am Nachmittag in einem schwachen Umfeld rund ein Prozent im Minus bei neun Euro.

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