Leerstand steigt
Kühleres Klima auf den Büromärkten

Die Stimmung auf dem deutschen Büromarkt ist getrübt: Derzeit blicken nur noch knapp 20 % der insgesamt 72 von DTZ befragten Banken, Investoren und Projektentwickler optimistisch in die Zukunft. Vor zwei Jahren waren es noch mehr als 70 %. Gleichzeitig charakterisieren 30 % der Unternehmen den Vermietungsmarkt als negativ - im Frühjahr 2 000 waren es nur 4 %.

jun DÜSSELDORF. Skeptisch wird auch die Entwicklung der Leerstandsrate beurteilt. So rechneten im Herbst 2001 lediglich knapp 11 % der Unternehmen für den Büromarkt Frankfurt mit einem Flächenüberangebot - aktuell sind es 39 %. Die miese Stimmung wird von den Marktdaten bestätigt: Die Spitzenmieten für innerstädtische Top-Objekte sind beispielsweise in Frankfurt allein in den vergangenen sechs Monaten um 7,1 % gesunken. "Wer heute Büroflächen in der Mainmetropole anmietet, zahlt im Durchschnitt 3,35 Euro weniger für den Quadratmeter als vor sechs Monaten, aber immer noch 0,68 Euro mehr als vor einem Jahr", konstatiert Mathias Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der DTZ Zadelhoff Holding.

Der Pessimismus ist indes nicht verwunderlich. Erst kürzlich hatte der Consultant Atis Real Müller gemeldet, dass die Nachfrage nach Büroraum bereits 2001 um 18 Prozent auf etwa 3,22 Mill. qm Bürofläche gesunken ist. "Im vergangenen Jahr wurden viele Anmietungen angesichts der rezessiven wirtschaftlichen Tendenzen und der Auswirkungen der Terroranschläge in den USA verschoben", erläutert Peter Rösler, Geschäftsführer Atis Real Müller, Frankfurt.

Auch bei unseren europäischen Nachbarn gibt es derzeit kaum Grund zu Optimismus. Zwar sind die Spitzenmieten in 15 von 26 der von Jones Lang LaSalle untersuchten europäischen Großstädten im ersten Quartal 2002 unverändert geblieben, generell spürbar sei an vielen Standorten aber ein Abwärtsdruck, heißt es einem Marktbericht. Die stärksten Mieteinbußen habe Athen mit 16,7 % verzeichnet.

Parallel dazu ist auch die Nachfrage auf den europäischen Märkten im ersten Quartal 2002 mit rund 1,2 Mill. qm weiter rückläufig. Gegenüber dem vierten Quartal 2001 bedeutet dies ein Minus um etwa 30 % - gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt es sogar bei fast 50 %.

Folge einer abflauenden Nachfrage sind stets steigende Leerstandsraten. Nach Mitteilung der Experten sind sie in den größten westeuropäischen Städten im vierten Quartal 2001 um 3,8 % auf 4,7 % im ersten Quartal 2002 gestiegen. Mit Blick auf die zunehmende Bautätigkeit vor allem in den Ballungsgebieten dürfte die Leerstandsrate nach Ansicht der Branche auch im kommenden Jahr weiter steigen.

Quelle: Handelsblatt

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